Gesunde Kühe stehen im Zentrum
Gesunde Kühe, einfache Abläufe und konsequente Beratung: Auf dem Betrieb Bucheli in Rothenburg zeigt sich, wie eine klare Strategie zu hoher Leistung, stabiler Tiergesundheit und nachhaltigem Erfolg führt.
Der Betrieb von Andreas und Daniela Bucheli in Rothenburg wird als Familienbetrieb geführt. Gemeinsam mit ihren Kindern Elin, Rahel und Ramon leben und arbeiten sie auf dem Hof. Andreas arbeitet Vollzeit auf dem Betrieb, während Daniela sowie Andreas’ Eltern Alois und Annelies insbesondere bei den Stallarbeiten und während arbeitsintensiver Erntephasen mithelfen.
v. l.: Daniela, Elin, Rahel, Ramon und Andreas Bucheli sowie UFA-Rindviehspezialist Raphael Steiger.
Die Betriebsübernahme erfolgte im Jahr 2018. Seitdem verfolgt Andreas Bucheli eine klare Strategie: Der Betrieb soll gezielt weiterentwickelt werden, ohne zwingend weiter zu wachsen. Im Zentrum stehen gesunde Kühe, einfache Arbeitsabläufe und ein System, das von der Familie selbst bewältigt werden kann.
Investitionen mit Weitblick
Bereits 1999 baute Vater Alois einen Laufstall für Kühe und Jungvieh. Nach der Auslagerung der Jungviehaufzucht wurde der Kuhstall im Jahr 2003 erweitert. Nach der Betriebsübernahme wurde eine neue Liegehalle für 60 Milchkühe angebaut und der Melkstand auf 2 × 5 Plätze im «Side by Side»-System ausgebaut. Seit 2021 unterstützt ein automatischer Futterschieber die tägliche Arbeit im Stall. Einen weiteren Meilenstein stellte 2026 die Inbetriebnahme eines DeLaval Melkroboters mit integrierter Progesteronmessung und Zellzahlanalyse dar. Gleichzeitig wurden zwei Abkalbeboxen sowie drei Separationsplätze geschaffen. Heute umfasst die Herde rund 60 Holstein und Red Holstein Kühe. Mit einer durchschnittlichen Leistung von rund 11 000 kg Milch bei 4,4 % Fett und 3,6 % Eiweiss gehört der Betrieb zu den leistungsstarken Milchviehbetrieben der Region.
Gesunde Kühe stehen im Zentrum. Die Grundlage dafür wird täglich am Fressgitter gelegt.
Tiergesundheit vor Milchleistung
Für Andreas Bucheli beginnt Erfolg nicht beim Melken, sondern bei der Gesundheit der Tiere. Einer seiner wichtigsten Leitsätze lautet: «Gesunde Kühe geben automatisch Milch.» Ebenso wichtig ist ihm eine einfache Fütterung, die von allen Familienmitgliedern umgesetzt werden kann. Besonderes Augenmerk gilt zudem der Vermeidung von Stoffwechselstörungen wie Ketose. Die Kühe verfügen alle über einen eigenen Fress- und Liegeplatz. Dieses Konzept ist Andreas Bucheli besonders wichtig. Bis auf die Fütterung sind die Arbeitsabläufe weitgehend automatisiert. Grosse Aufmerksamkeit schenkt die Familie dem Geburtsmanagement. Rund fünf bis sechs Stunden nach der Abkalbung sollte eine Kuh wieder «voll» fressen. Ist dies nicht der Fall, wird frühzeitig gehandelt und gemeinsam mit dem Tierarzt das weitere Vorgehen besprochen. Die Fütterung basiert auf betriebseigenem Grundfutter. Dürrfutter aus dem zweiten Schnitt sowie Teilen des dritten Schnittes, der im Heustock eingelagert ist. Grassilage und Maissilage werden als Ballen konserviert. Ergänzt wird die Ration mit UFA 243 als Leistungsfutter, UFA 263 als Starterfutter, UFA 158-8 als Eiweissergänzung sowie UFA 1020 Mineralsalz. Trotz Melkroboter erhalten die Kühe täglichen Weidegang.
«Gesunde Kühe geben automatisch Milch.»
Andreas Bucheli, Landwirt
Gemeinsam zum Erfolg
Eine wichtige Rolle in der Betriebsentwicklung spielt die Zusammenarbeit mit UFA-Rindviehspezialist Raphael Steiger. Seit 2021 begleitet er den Betrieb regelmässig. Monatlich werden die Milchleistungsdaten analysiert und die Fütterung bei Bedarf angepasst. Daneben stehen der telefonische Austausch und die gemeinsame Suche nach Lösungen im Alltag im Vordergrund. Andreas Bucheli schätzt insbesondere die offene und ehrliche Beratung. Raphael spricht auch Themen an, die man vielleicht nicht unbedingt hören wolle. Gerade darin liege aber der Wert einer guten Zusammenarbeit. Für Andreas Bucheli ist klar: «Man muss im Leben nicht alles selbst können. Wichtig ist, Menschen zu kennen, die einen unterstützen können.» Während er bei Fragen zur Tiergesundheit auf den Tierarzt zählt, vertraut er in Fütterungsfragen auf das W-FOS-System der UFA AG. Die Entwicklung der Herde bestätigt diesen Weg. Lag der Tagesdurchschnitt im Jahr 2021 noch bei rund 25 kg Milch, werden heute rund 36 kg Milch pro Kuh und Tag erreicht.
Konsequenz auch bei der Aufzucht
Dieselbe Konsequenz zeigt sich in der Kälberaufzucht. Die Kälber bleiben bis zum Alter von fünf bis sieben Monaten auf dem Betrieb. Dann wird die Aufzucht ausgelagert. Von Geburt an stehen Heu und UFA 116 F zur freien Verfügung. Die Tränke erfolgt intensiv mit Milch bis zum Alter von vier Monaten. Ab dem dritten Lebensmonat erhalten die Kälber zusätzlich die Mischung der Kühe. Das durchschnittliche Erstkalbealter liegt bei rund 25 Monaten. Für die Zukunft stehen derzeit keine grösseren Bauprojekte an. Stattdessen verfolgt Andreas Bucheli weiterhin seinen Grundsatz: besser werden statt grösser werden. Der Betrieb soll auch künftig ein Familienbetrieb bleiben, der mit den eigenen Arbeitskräften erfolgreich geführt werden kann.
… UFA Rindviehspezialist
Raphael Steiger
«Wer aufhört, besser zu werden, hat aufgehört, gut zu sein.»
Jahrgang: 1991
Familie: ledig
Verkaufsgebiet: Zentralschweiz
Ausbildung: BSc Agrarwissenschaften
Hobbys: Fussball, Sport, Viehzucht
Betriebsspiegel
Familie Bucheli, Rothenburg LU
LN: 24,5 ha, davon 8 ha Mais und 16,5 ha Grünland
Tiere: 60 Holstein und Red Holstein Kühe; Kälber bis halbjährig auf dem Betrieb, anschliessend ausgelagerte Aufzucht
Arbeitskräfte: Andreas und Daniela Bucheli, Alois und Annelies Bucheli
Betriebsphilosophie: Gesunde Kühe, einfache Fütterung und die konsequente Vermeidung von Stoffwechselstörungen