Munimast mit Strategie

Simon und Andrea Plattner führen in Herznach AG einen vielseitigen Mastbetrieb mit Ackerbau, Ökoflächen und Photovoltaik. Eine automatische Fütterung und die digitalen Auswertungen unter stützen sie dabei, fundierte Entscheide zu treffen. Begleitet werden sie dabei von UFA-Rindviehspezialist Noel Riedweg.

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Simon Plattner, Unterwegs mit

Simon Plattner, Yannick Keller, Andrea Plattner und UFA-Rindviehspezialist Noel Riedweg (v.l.).
Bild: UFA AG

Noel ist seit Juli 2023 als Rindviehspezialist bei der UFA tätig und betreut in der Region Aargau verschiedene Mast- und Rindviehbetriebe, darunter die Plattner und Partner AG von Simon und Andrea Plattner in Herznach. Auf 540 m ü. M. bewirtschaftet die AG in der Talzone 45 ha landwirtschaftliche Nutzfläche nach ÖLN- und IP-SUISSE-Richtlinien.


Der Betrieb ist breit aufgestellt: Munimast mit 310 bis 340 Tieren, Ackerbau mit Raps, Weizen, Gerste und Mais, 11 ha Grünland, 3 ha Wald sowie eine 50 kW-Photovoltaikanlage. Zusätzlich engagiert sich die Familie Plattner in einer ÖLN-Gemeinschaft, die gesamthaft rund 54 ha umfasst.

Unterwegs mit UFA Rindviehspezialist Noel Riedweg

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Noel Riedweg

«Ohne Fleiss, kein Preis.»

 

Jahrgang: 1999

 

Familie: Verheiratet

 

Verkaufsgebiet: Aargau

 

Ausbildung: Meisterlandwirt

 

Hobbys: Landwirtschaft und Skifahren

Ein Betrieb mit Geschichte

Die Wurzeln des Betriebs reichen ins Jahr 1974 zurück, als Simons Vater und Onkel einen Munistall bauten. Aufgrund der damaligen Subventionen entstand die AG-Struktur, die bis heute besteht. 2010 übernahmen Simon und Andrea den Grossteil der Aktien. Beide beziehen einen klar definierten Lohn aus der AG, auch Andreas Familien- und Hausarbeit ist offiziell erfasst und wird entsprechend entlöhnt. 2017 investierten sie in den automatischen Fütterungsroboter Lely Vector. Seither werden die Rationen phasengerecht gemischt und mehrmals täglich vorgelegt. Dank der kontinuierlichen Versorgung sind die Tiere ausgeglichener, die Herde ist ruhiger und die Futterverwertung hat sich verbessert. Gleichzeitig spart der Betrieb täglich rund eine bis eineinhalb Stunden Arbeit.

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Plattner und Partner AG, Betrieb, Bauernhof

Blick aus der Vogelperspektive auf den Betrieb mit Wohnhaus, Stallungen und den umliegenden Kulturen. Bild: zvg

Gezielt gruppieren und vermarkten

Eine gleichmässige Auslastung des Stalls ist zentral, sowohl aus wirtschaftlichen Gründen als auch aufgrund des grossen Silos, das eine konstante Futterentnahme erfordert. Ziel ist es, alle vier Wochen 30 Kälber einzustallen. Während der Quarantänephase werden diese in zwei Gruppen à 15 Tieren gehalten und wechseln nach 28 Tagen ins nächste Stallabteil.

Angestrebt wird, jeweils rund 15 Tiere als geschlossene Gruppe gleichzeitig auszustallen. Dafür werden die Munis viermal gewogen. Die Wägungen dienen der Kontrolle der Zunahmen und bilden die Grundlage für die Leistungsanalyse. Anhand dieser Daten werden Tiere mit ähnlichem Gewichtsund Entwicklungsstand gruppiert, so dass homogene Mastgruppen entstehen.

Die Vermarktung der Tiere läuft über die Anicom AG. Entscheidend ist dabei die termingerechte Verfügbarkeit der Kälber, wobei die Rasse eine untergeordnete Rolle spielt. Die Fütterung basiert überwiegend auf betriebseigener Silage und wird je nach Mastphase mit dem entsprechenden Ergänzungsfutter ergänzt. Wichtig sind die konstante Qualität und die bedarfsgerechte Versorgung.

«Struktur ist in der Mast entscheidend. Nur wer seine Zahlen kennt, kann gezielt steuern.»

Simon Plattner, Landwirt

Zahlen als Entscheidungsgrundlage

Im Zusammenhang mit Wägungen und Vermarktung spielt das UFA TORO-Kundenportal eine wichtige Rolle. Simon hat den automatischen Datenaustausch mit der Anicom AG aktiviert. Einstall- und Ausstallgewichte, Schlachtgewichte sowie Preise werden direkt ins System übertragen. Das reduziert den administrativen Aufwand und schafft eine klare Übersicht.

Neben Gewichts- und Preisübersichten können Futterverwertungen pro Tier berechnet, Bruttomargen ausgewertet sowie Schlacht- und Leistungsdaten analysiert werden. Damit steht dem Betrieb eine fundierte betriebswirtschaftliche Auswertung zur Verfügung. Simon betrachtet die detaillierten Auswertungen bewusst vor allem Ende Jahr. Wichtig ist ihm, die Zahlen richtig einzuordnen. «Man darf sich von saisonalen Schwankungen nicht verrückt machen lassen», betont er. Seine langjährige Erfahrung hilft ihm, Entwicklungen realistisch einzuschätzen.

Klare Rollen

Während Simon die Hauptverantwortung im Ackerbau und im Stall trägt, führt Andrea einen Teil der Buchhaltung und Administration. Zudem koordiniert sie diverse Maschinen der Maschinengemeinschaft, die gemeinsam mit drei anderen Landwirten geführt und von rund 60 Betrieben genutzt wird. Daneben baut sie ihr Coachingangebot bei schwierigen Lebenssituationen weiter aus. Klare Rollen und gegenseitiges Vertrauen prägen den Alltag. Veränderungen werden mit den drei erwachsenen Kindern besprochen. Der jüngste Sohn Severin absolviert derzeit die RS und möchte vor einer möglichen Hofübernahme noch landwirtschaftliche Erfahrungen im Ausland sammeln. Trotz Marktbewegungen und betrieblicher Herausforderungen bleiben Simon und Andrea ruhig und lösungsorientiert. Für Simon gilt dabei ein Grundsatz, der seine Betriebsführung prägt: «Man muss immer probieren, das Beste aus der Situation zu machen.»

Betriebsspiegel

Plattner und Partner AG

 

LN: 45 ha, davon 34 ha offene Ackerfläche und 11 ha Grünland, 3 ha Wald und 54 ha in ÖLN-Gemeinschaft

 

Tiere: 310 – 340 Mastkälber und Mastmunis

 

Weitere Betriebszweige: Ackerbau (Raps, Weizen, Gerste, Mais), Futterbau, Photovoltaik, Ökologische Leistungen, Coaching, Maschinengemeinschaft

 

Arbeitskräfte: Simon und Andrea Plattner, Sohn Severin sowie Angestellter Yannick Keller