Jungsauenproduktion mit Herzblut und Weitblick
Seit mehr als 30 Jahren führen Daniel und Doris Glauser ihren Betrieb, dessen Schwerpunkt in der Produktion von Jungsauen liegt. Mit gezielten Investitionen in Gebäude und Fernwärme haben sie ihren Betrieb zukunftsorientiert weiterentwickelt.
Christoph Furrer ist seit über zehn Jahren als Schweinespezialist für die UFA tätig. Besonders schätzt er den engen Kontakt und die Gespräche mit seinen Kunden. Im Jahr 2018 absolvierte er die Weiterbildung zum Zuchttechniker. Seither betreut er die UFA2000 Kern- und Vermehrungszuchtbetriebe in den Regionen Mittelland und Westschweiz. Dank seiner Ausbildung zum Landwirt sowie seiner früheren Tätigkeit auf einem Schweinezuchtbetrieb bringt er beste Voraussetzungen für diese Aufgabe mit. Dabei verfolgt Furrer eine klare Linie. «Ziel ist die Produktion qualitativ hochwertiger Primera-Jungsauen, die eine wirtschaftliche und nachhaltige Mastferkelproduktion ermöglichen», betont der Zuchttechniker.
Klare Abläufe im Stall
Seit der Übernahme des Hofes von seinen Eltern im Jahr 1994 haben die Glausers laufend in ihren Betrieb investiert und neue Ideen umgesetzt. In den Neunzigerjahren wurde eine Remise für die landwirtschaftlichen Fahrzeuge erstellt und das Wohnhaus umgebaut. Dadurch ergab sich die Möglichkeit, die bestehenden Gebäude neu und optimal für die Schweineproduktion zu nutzen. 2004 folgte der Neubau des Abferkelstalls. In den ehemaligen Stallungen befinden sich heute die Aufzuchtferkel sowie die für den Verkauf vorbereiteten Jungsauen. Glauser ist es wichtig, dass die Abläufe im Stall klar und einfach definiert sind. Dies sorgt für eine eingespielte Routine und effiziente Arbeitsabläufe. Im Wochenrhythmus lässt er jeweils zehn Sauen abferkeln. So fallen jede Woche die gleichen Arbeiten an und alle auf dem Betrieb können sich darauf einstellen. Diese Planung ermöglicht eine maximale Flexibilität beim Verkauf der unbelegten Jungsauen. Gleichzeitig sorgt sie für eine ausgeglichene Arbeitsbelastung, sodass eine Person die Arbeiten am Wochenende selbstständig erledigen kann.
Betriebsspiegel
Daniel und Doris Glauser, Cordast
LN: 20 ha
Tiere: 150 Zuchtsauenplätze mit Ferkelaufzucht, 300 Remontenplätze
Arbeitskräfte: Betriebsleiter Daniel, Sohn Loric und ein Mitarbeiter
Weitere Betriebszweige: Futterweizen, Gerste und Körnermais als Kundengetreide, Zuckerrüben
Effiziente Fütterung
Die Fütterung der Tiere erfolgt über eine Flüssigfütterungsanlage. So lässt sich die Schotte effizient in der Galtsauen- und Remontenration verwerten. Die Ration der tragenden Sauen wird mit dem Standardfutter UFA 362-6 ergänzt. Für die Remonten wird in Kombination mit einem Eiweisskonzentrat und dem Ausmastfutter UFA 341-4 eine bedarfsgerechte Ration zusammengestellt, abgestimmt auf Wachstumsphase und gewünschtes Leistungsniveau. Die Ferkel werden mit UFA 304 piccolo abgesetzt und anschliessend mit dem Aufzuchtfutter UFA 310 weitergefüttert. Bereits in dieser Phase erfolgt die Fütterung über einen Försterautomaten in flüssiger Form. Dies ermöglicht eine sehr flexible Rationszuteilung, angepasst an Alter und Entwicklungsstand der Aufzuchtferkel. Bei den säugenden Sauen legt Daniel Glauser besonderen Wert auf eine gute Kondition. Deshalb ergänzt er das Säugendfutter UFA 361-6 mit dem Energiekonzentrat UFA top-pig.
Hof Fineta in Cordast mit thermischer Anlage und Photovoltaik auf den Dächern.
Bild: zvg
«Dank des Jungsauenabonnements weiss ich heute schon, was ich das ganze Jahr produziere.»
Daniel Glauser, Landwirt
Selektion für langlebige Jungsauen
Bei der Produktion der Primera-Jungsauen arbeiten Christoph Furrer und Daniel Glauser sehr eng zusammen. Alle zwei Wochen ist der Zuchttechniker montags auf dem Betrieb, um die Feldprüfung der Jungsauen durchzuführen. Die Selektion erfolgt strikt nach dem Zuchtprogramm der Suisag. Dabei legen beide besonderen Wert auf ein solides Fundament als entscheidendes Kriterium für langlebige und leistungsfähige Zuchtkandidatinnen. Dank des UFA2000-Jungsauenabonnements weiss der Betriebsleiter bereits zu Jahresbeginn genau, in welchen Zeitfenstern wie viele Jungsauen eingeplant werden müssen. Die Hauptabnehmer sind zwei Ringe. Entsprechend werden die positiv selektierten Tiere direkt nach der ELP den jeweiligen Käufern zugeteilt und getrennt eingestallt, damit sie sich frühzeitig aneinander gewöhnen.
Wärme für das Dorf
Daniel Glauser ist gemeinsam mit einem Partner am Wärmeverbund Cordast AG beteiligt. An diesem bitterkalten Morgen kommt die Wärmeproduktion an ihre Grenzen. «Bei dieser Kälte ist der Wärmebezug sehr hoch und die Versorgung kommt an ihr Limit», erklärt der Betriebsleiter. Die Wärmeproduktion findet in der Remise auf dem Hof der Familie Glauser statt. Von hier aus werden der eigene Betrieb, einige Einfamilienhäuser, Mehrfamilienhäuser und das Schulhaus mit Wärme versorgt. Zwei mit regionalen Holz schnitzeln betriebene Öfen mit je 250 kW Leistung werden durch eine Photovoltaikanlage mit 200 Kilowattpeak sowie eine thermische Anlage ergänzt. «Aktuell wird die Leistung knapp», hält Glauser fest. Deshalb ist auf dem Hof bereits die nächste Investition geplant. Ein dritter Ofen soll in naher Zukunft installiert werden. Die Vorinstallationen sind dafür bereits vorhanden. Beste Voraussetzungen also für die nächste Generation, die mit Sohn Loric bereits in den Startlöchern steht.
Unterwegs mit UFA Zuchttechniker Christoph Furrer
Jahrgang: 1980
Familie: verheiratet, zwei Töchter
Verkaufsgebiet: Deutsch-Freiburg
Ausbildung: Meisterlandwirt
Hobbys: Familie