Ein Familienbetrieb im Geflügelfieber
Der Hirselenhof in Auw hat sich in den letzten Jahren neu ausgerichtet. Der Wechsel von der Milchviehhaltung zur Legehennen-Elterntierhaltung war ein bewusster Entscheid.
Ein Händedruck, ein kurzer Austausch vor dem Legehennenstall und schon sind wir bei den Tieren. Heute sind wir mit Daniel Kaufmann auf dem Hirselenhof der Familie Villiger in Auw (AG) zu Besuch. Für den Geflügelspezialisten der UFA gehört dieser direkte Kontakt zur täglichen Arbeit. Raus zu den Betrieben, rein in die Praxis, zuhören, begleiten und mitdenken.
v. l. Daniel Kaufmann, Ramon, Robert und Regula Villiger.
Mit viel Erfahrung unterwegs
Daniel Kaufmann ist seit dem Jahr 2000 im UFA-Beratungsdienst tätig. Nach einigen Jahren auf dem elterlichen Landwirtschaftsbetrieb und einer Tätigkeit in der Schädlingsbekämpfung startete der gelernte Landwirt als Milchviehberater im Beratungsdienst Sursee. Als 2017 ein weiterer Geflügelspezialist gesucht wurde, nutzte Kaufmann die Gelegenheit für eine neue fachliche Herausforderung. Heute betreut er Geflügelbetriebe in den Regionen Basel, Aargau und Solothurn. «Die Geflügelwelt hat mich gepackt», sagt Kaufmann. Die Abwechslung und den Austausch mit den Betrieben schätzt er besonders. Zu lange hält er es im Büro nicht aus.
Ein neuer Alltag im Stall
Der Hirselenhof wird von Robert und Regula Villiger bewirtschaftet. Sohn Ramon sowie die beiden Töchter Daria und Janine helfen mit, wo nötig, und sind vielseitig im Betrieb eingebunden. Der Betrieb umfasst 21 ha landwirtschaftliche Nutzfläche, auf der Mais, Futterweizen, Gerste, Raps und Kunstwiesen angebaut werden. Das Getreide wird dem Legehennenfutter angerechnet. Zudem bestehen 35 Grossviehmastplätze. Vor 2018 hielten die Villigers Milchkühe. Neue Tierschutzvorschriften hätten einen Umbau des Milchviehstalles erforderlich gemacht. In dieser Phase prüfte die Familie verschiedene Optionen. «Wichtig war für uns, dass der Betrieb weiterhin als Familienbetrieb geführt werden kann», sagt Regula Villiger. Parallel dazu suchte die Brüterei Animalco AG zusätzliche Bruteierproduzenten. Nach der Besichtigung eines Legehennen-Elterntierbetriebs war für die Familie Villiger klar, dass dieses System für sie passt. Nach dem Entscheid ging alles schnell. Die Bau bewilligung wurde zügig erteilt und innerhalb eines Jahres war der neue Stall gebaut und die ersten Hennen zogen ein. «Alles ist gut angelaufen», sagt Robert Villiger. Der Abschied von den Milchkühen fiel dadurch leichter, auch wenn ihm das Melken und die Zucht durchaus gefallen hatt en. Heute ist sich die Familie einig, dass sie diesen Weg wieder gehen würde. Die Arbeit mit den Hühnern ist klar strukturiert, gut planbar und innerhalb der Familie umsetzbar. Falls sie doch einmal Hilfe benötigen, helfen Pensionierte gerne beim Eierausnehmen.
«Die Eierproduktion bereitet Freude, da
das Produkt gefragt ist.»Robert Villiger, Landwirt
Spezielles Elterntierfutter
Seit 2018 halten die Villigers rund 6500 Legehennen-Elterntiere. Diese produzieren Bruteier für die Brüterei Animalco AG. Entsprechend leben im Stall auch rund 500 Hähne zur Befruchtung der Eier. Monatlich erhalten die Villigers genaue Vorgaben zur Bruteierlieferung. Überschüssige Eier werden als Konsumeier an die EiCO verkauft. Die Fütterung spielt dabei eine zentrale Rolle. Diese besteht aus speziellem Elterntierfutter, beginnend mit dem Vorlegefutter, gefolgt von UFA 523-9. Gegen Ende des Umtriebes wird zusätzlich Kalk zugegeben, um die Stabilität der Eierschalen zu sichern. Zu kleine oder zu grosse Eier werden aussortiert und direkt verkauft. «Die Nachfrage nach diesen Eiern ist gross», erzählt Sohn Ramon.
v. l. Robert und Ramon Villiger mit ihren Tieren.
Vertrauen in der Zusammenarbeit
Seit der ersten Einstallung steht Daniel Kaufmann der Familie Villiger beratend zur Seite. Er unterstützt beim Einstallen, bringt seine Erfahrung ein und ist Ansprech partner, wenn Fragen auftauchen. Dieses persönliche und vertrauensvolle Verhältnis prägt die Zusammenarbeit. Gespräche finden nicht nur im Stall, sondern auch am Küchentisch statt, wo neben Fachlichem auch Platz für einen Witz bleibt.
Sichere Zukunft
Die Zukunft des Betriebes ist durch Ramon bereits gesichert. Er hat die Ausbildung zum Landwirt sowie zum Landmaschinenmechaniker EFZ abgeschlossen und besucht derzeit die Technikerschule. Sein Ziel ist es, den Betrieb eines Tages zu übernehmen.
Unterwegs mit UFA Geflügelspezialist Daniel Kaufmann
«Geht nicht, gibt’s nicht!»
Jahrgang: 1967
Familie: verheiratet
Verkaufsgebiet: Aargau, Basel-Land, Solothurn
Ausbildung: Landwirt
Hobbys: Natur, wandern, Velo fahren
Betriebsspiegel
Regula und Robert Villiger, Auw
LN: 21 ha, Mais, Futterweizen, Gerste, Raps, Kunstwiesen
Tiere: 6500 Hühner Elterntiere, 500 Hähne
Weitere Betriebszweige: 35 – 40 Grossviehmastplätze
Arbeitskräfte: Familie und Pensionierte, die beim Eierausnehmen helfen