Schafe

Schafe gehören zu den Kleinwiederkäuern und können mehrheitlich mit Gras und dessen Konserven gefüttert werden. In gewissen Situationen, wie zum Beispiel vor dem Ablammen, während der Laktation, der Deckzeit und in der Lämmermast, ist der Bedarf der Tiere deutlich erhöht. Widder, Auen und Lämmer können nur gesund und leistungsstark sein, wenn sie bedarfsgerecht gefüttert werden. Die Haltungsformen bei Schafen unterscheiden sich stark. Die Schafhaltung ist im Talgebiet wie auch in den Bergzonen verbreitet. Je nach Gebiet unterscheidet sich die Futtergrundlage sowie die Haltungsform. Die grosse Spannweite der Betriebsformen führt zu unterschiedlichen Ansprüchen der einzelnen Betriebsleiter/innen. 

Mutterschafe: 

  • mit Alpwirtschaft
  • im Talgebiet

Lämmer:

  • Mast unter der Aue
  • Mutterlose Aufzucht
  • Intensive Mast
  • Mit Alpwirtschaft und Ausmast

Für eine wirtschaftliche Schafhaltung stehen in jedem System die Leistung und die Gesundheit der Tiere im Zentrum.

Das UFA-Schafkonzept für Profis

  • Fütterung, Fütterung Mutterschafe

    Fütterung

    Wie bei allen Wiederkäuern liegt die optimale Versorgung der Pansenmikroben im Fokus. Diese sorgen dafür, dass ein Wiederkäuer Gras verwerten kann. Damit die Mikroorganismen vollumfänglich arbeiten können, muss die Ration wiederkäuergerecht sein. Dies beinhaltet eine ausreichende Strukturversorgung und eine langsame Futterumstellung. Ziel ist ein möglichst konstanter Pansen-pH, denn die Pansenmikroben benötigen mindestens zwei Wochen, um sich an die neue Ration zu gewöhnen. Damit der Pansen-pH stabil bleibt, sollte die Kraftfuttergabe über mehrere Portionen verteilt werden. Mit den genannten Massnahmen finden die Pansenmikroben ein optimales Milieu vor. Durch UFA W-FOS kann die Fütterung auf die Pansenfermentation abgestimmt und so synchronisiert werden. Das gesamte UFA-PROFI Sortiment ist nach W-FOS ausgerichtet. Die Futter weisen tiefere Werte an schnell fermentierbaren Kohlehydraten (SFKH) auf. Dadurch kann die Passagerate bei höheren Einsatzmengen gebremst werden, um pH-Schwankungen im Pansen und die damit verbundenen Probleme zu vermeiden. Der WDVE-Wert beschreibt die Menge an wirklich im Dünndarm verdaulichem Eiweiss und ersetzt die herkömmlichen APD-Werte. Gehalte von über 85 g/kg TS in der Ration sind anzustreben.

    Fütterung Mutterschaf

    Der Energie- und Nährstoffbedarf einer Aue wird durch das Laktationsstadium, Anzahl Lämmer und Rasse beeinflusst und unterscheidet sich je nach Leistungsniveau stark. Daher ist die Fütterung der Auen den zu erbringenden beziehungsweise den zu erwarteten Leistungen anzupassen. Nur optimal versorgte Tiere sind fruchtbar und haben eine hohe Aufzuchtleistung.

  • Aufzuchtlämmer

    Aufzuchtlämmer

    Normalerweise saugen die Lämmer bei der Aue und werden zusätzlich mit Aufzuchtfutter versorgt, um den Wachstumsbedarf zu decken und somit das genetische Potenzial auszuschöpfen. Wird mit Ersatzmilch aufgezogen, so eignet sich die spezielle Lämmermilch UFA 861 für eine problemlose Aufzucht ab dem ersten Tag. Damit das Wachstumspotenzial der Lämmer ausgeschöpft werden kann, sollte den Lämmern ab der 2. Lebenswoche zusätzlich spezifisches Aufzuchtfutter zur Verfügung gestellt werden. 

    UFA 763 PREMIUM

    • Hoher Vitamingehalt
    • Leicht gepuffert
    • Steigert den Verzehr
    • Mit Lebendhefe
    • Pflanzlicher Zusatz, der die Lungengesundheit fördert
    • Besonders schmackhaftes Kombifutter

    UFA 863 PROFI*

    • Unterstützt mit pflanzlichen Zusatzstoffen die Entwicklung der Lungen
    • Fördert die Pansenentwicklung
    • Verbessert die Energieverwertung 
    • Steigert den Verzehr
    • Enthält Lebendhefen
    • Stabilisiert das Pansenmilieu
    • Hemmt Kokzidien und reduziert den Druchfalldruck

    *PROFI-Futter sind ab 2 Tonnen lose oder ab 2 Paletten verfügbar

  • Widderfütterung

    Widderfütterung

    Während der Ruhezeit haben die Zuchtwidder einen tiefen Energiebedarf. In dieser Zeitspanne werden die Tiere nach dem Erhaltungsbedarf gefüttert. Daher genügt in der Regel gutes Grundfutter, um die Tiere bedarfsgerecht zu versorgen. Es gilt, Gewichtsschwankungen möglichst zu vermeiden. Wichtig ist eine ausreichende Mineralsalzgabe von täglich ca. 30 g UFA 998-W Herbaplus während des ganzen Jahres. Zusätzlich sollte Viehsalz zur freien Aufnahme zur Verfügung gestellt werden. Dies beugt der Bildung von Harnsteinen vor. 

    Rund einen Monat vor Beginn der Deckperiode sollte die Nährstoffkonzentration der Widderration langsam erhöht werden. Es empfiehlt sich eine Ergänzungsfuttergabe von täglich 300 bis 500 g UFA 772 PREMIUM oder UFA 766 EXTRA zu ausgeglichenem, UFA 767 EXTRA zu energiereichem oder UFA 765 EXTRA zu proteinbetontem Grundfutter.

    Während der eigentlichen Deckperiode ist der Energiebedarf der Widder deutlich erhöht. Daher ist die Kraftfuttergabe auf täglich 800 g zu steigern. Werden Widder während dieser intensiven Phase unterversorgt, leidet ihre Deckleistung.

  • Intensive Lämmermast

    Intensive Mast

    Lämmer aus der Milchschafhaltung, sowie im Spätherbst und Winter geborene Lämmer werden mit Vorteil intensiv gemästet. Das Endgewicht von 40 kg soll in zirka 120 Tagen erreicht werden. Dies bedingt Tageszunahmen von rund 300 g und eine entsprechend angepasste Nährstoffversorgung. Je nach Fütterungsstrategie gibt es zwei Möglichkeiten der intensiven Lämmermast.

    Lämmermast mit UFA 867 PROFI

    Für Betriebe mit wenig Grundfutter und ohne Mischwagen bietet sich die Lämmermast mit UFA 867 PROFI an. Das Mastfutter kann den Lämmern ad libitum zur Verfügung gestellt werden. Erhöhte Gehalte an Rohfasern und verdaulichen Zellwänden fördern die Pansenaktivität und steigern die Tiergesundheit. Dazu sollte gutes Dürrfutter und genügend Wasser zur Verfügung gestellt werden. Mastlämmer mit einem hohen Wachstumspotenzial können bei der richtigen Fütterung einen durchschnittlichen Tageszuwachs von 300-400 g/Tag erreichen. In der folgenden Grafik ist ersichtlich, welche tägliche Menge des ad libitum Futters benötigt wird, um eine Zunahme von 25 kg Lebendgewicht nach dem Absetzen zu erreichen.

  • Lämmerfütterung

    Lämmerfütterung

    Voraussetzung für eine erfolgreiche Lämmeraufzucht und -mast sind Geburtsgewichte von etwa 4 bis 5 kg. Hohe Geburtsgewichte werden durch bedarfsgerechte Fütterung der Mutterschafe am Ende der Trächtigkeit erreicht. Sauglämmer besitzen ein hohes Wachstumspotenzial. In etwa fünf Wochen verdreifachen sie ihr Geburtsgewicht. Erreicht wird dies aber nur, wenn Muttertiere und Lämmer richtig ernährt werden. Die Selektion in Aufzucht- und Masttiere soll erst bei einem Gewicht von zirka 35 kg erfolgen, damit für die Nachzucht die am besten geeigneten Lämmer bestimmt werden können.

    Mutterlose Aufzucht

    Lämmer haben natürlicherweise andere Ansprüche an die Milch als Gitzi und Kälber. Da die Schafmilch im Gegensatz zu Kuhmilch rund 30 Prozent mehr Energie enthält, brauchen sie eine spezielle Lämmermilch, die den Bedürfnissen gerecht wird. Untersuchungen zeigten, dass Lämmer, die ausschliesslich mit Kuhmilch getränkt wurden, keine gesundheitlichen Nachteile haben, aber die Leistung schlechter ist, als wenn sie mit Schafmilch getränkt wurden. 

    UFA 861 Lämmermilch

    Die Lämmermilch UFA 861 eignet sich aufgrund der Nährstoffzusammensetzung hervorragend für die mutterlose Aufzucht. Die Inhaltsstoffe dieses Produkts sind an den hohen Energiebedarf der Lämmer angepasst. Die Lämmer werden optimal versorgt und entwickeln sich entsprechend gut. Diese Ersatzmilch kann zum Tränken von Milch- und Fleischrassenlämmern verwendet werden.

    Vorteile:

    • Ideale Nährstoffzusammensetzung
    • Hoher Fettgehalt
    • Für Aufzucht- und Mastlämmer geeignet
    • Einfache Zubereitung

    Anwendung: Zubereitung der Tränke (Handtränke): 1. In einem Gefäss UFA 861 für die gewünschte Menge an Tränke abwiegen. Dosierung 150 - 180 g je Liter. 2. Etwas heisses Wasser von 50-60 °C beifügen 3. Kräftig rühren bis Pulver knollenfrei aufgelöst ist 4. Auffüllen mit Warmwasser, ideale Tränketemperatur 40 °C, Kühl und trocken aufbewahren. Werden die Lämmer am Eimer getränkt, so muss die Lämmermilch gut in die Milch eingerührt werden. Damit der Schlundrinnenreflex wirkt und es zu keinen Fehlgährungen im Pansen kommt, ist es empfehlenswert die Lämmer mit einem Nuggieimer zu tränkern. Die Eimer sollten zudem nach jedem Einsatz gründlich gereinigt werden. Während dem Tränken sollten de Lämmer stehts gut beobachtet werden und kranke Tiere frühzeitig zu erkennen. 

    Tränkeautomaten

    Bezüglich Arbeitserleichterung und natürlichem Trinkverhalten, ist der Tränkeautomat die bestmögliche Art, die Lämmer zu tränken. Einerseits kann die Milchaufnahme durch einen Nuggi sichergestellt werden. So können die Lämmer ihren natürlichen Saugtrieb befriedigen und andererseits kann der Schlundrinnenreflex richtig wirken. Dieser ist wichtig, damit die aufgenommene Milch direkt in den Labmagen gelangt. Passiert die Milch den Pansen, so führt dies zu Blähungen und beschädigt die Pansenzotten.

  • Bio-Schafe

    Bio-Schafe

    Auch Schafe auf dem Bio-Betrieb haben spezifische Ansprüche an die Fütterung. Durch die Einschränkung im Kraftfuttereinsatz gilt es auf diesen Betrieben den Fokus auf die Phasen zu legen, in denen der Nährstoffbedarf erhöht ist. Dies ist in den letzten zwei Monaten der Trächtigkeit und in den ersten zwei Monaten nach dem Ablammen der Fall. In diesen Phasen sollte die Nährstoffkonzentration gezielt erhöht werden. Nimmt die Milchleistung der Mutterschafe ab, ist es sinnvoll, die Lämmer gezielt mit Kraftfutter zu versorgen. Dies fördert nicht nur die Entwicklung der Pansenzotten, sondern auch die Bedarfsdeckung der Lämmer. Das aufgenommene Raufutter kann den Nährstoffbedarf der Lämmer während dieser Zeit nicht decken Eine Ergänzung ist sinnvoll. UFA 862 eignet sich für alle Altersklassen. Das hygienisierte Würfelfutter wird von den Schafen sehr gerne gefressen. 

    Noch wichtiger ist allerdings die Mineralstoffversorgung auf dem Bio-Betrieb, die in jedem Fall sichergestellt werden muss. Die Natriumversorgung kann einfach mit Viehsalz sichergestellt werden. Für die restlichen Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine bietet die UFA einerseits eine Leckschale (UFA CAKE BLOC Natur Herbaplus) und einen Lose-Mineralstoff (UFA 988 Natur Herbaplus) an. Beide enthalten den Kräutermix, der die Ausscheidung von Magen-Darm-Würmern und Kokzidien reduziert. So kann auf dem Bio-Betrieb der Parasitendruck gesenkt werden. 

  • Parasitenmanagement

    Parasitenmanagement

    Parasitäre Erkrankungen stellen in der Schaf- und Ziegenhaltung grosse Herausforderungen dar. Durch einen Parasitenbefall wird die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Tiere beeinträchtigt.

    Problematik

    Mögliche Folgen einer Erkrankung (abhängig des Parasitentyps) sind Durchfall, Atemwegserkrankungen und Blutarmut. Daraus resultieren verminderte Tageszunahmen der Jungtiere, reduzierte Milchleistungen der Muttertiere und ein geschwächtes Immunsystem. Deshalb ist den parasitären Erkrankungen aus wirtschaftlicher Sicht zwingend Beachtung zu schenken. Resistenzen gegenüber Entwurmungsmittel haben in den letzten Jahren in Schweizer Kleinwiederkäuerbeständen deutlich zugenommen. Diese Tatsache erfordert ein Überdenken der bisherigen Praxis der Parasitenbekämpfung. 

    Vorbeugen

    Das Ziel aller vorbeugenden Massnahmen ist es, die Häufigkeit des Einsatzes von Entwurmungsmitteln zu reduzieren. Dies kann einerseits erreicht werden, indem der Infektionsdruck mit einem guten Weidemanagement auf den Weideflächen gesenkt wird. Andererseits kann die Widerstandskraft der Tiere durch optimale Fütterung, Haltung, Mineralstoffversorgung, Verfütterung von phytogenen Zusatzstoffen und Auswahl von starken Nachzuchttieren erreicht werden. 

    Den Parasitendruck minimieren

    Exposition der Weide: Parasiten mögen es grundsätzlich feucht und warm. Auf schattigen Weiden oder Flächen, auf denen das Wasser steht, können Parasitenlarven besonders gut überleben. Daher empfiehlt sich das Auszäunen von Tümpeln, Bachläufen und ganztags schattigen Flächen. 

    Bestossungsdauer: Die Tiere sollten nur solange auf der gleichen Weide bleiben, dass kein kompletter Entwicklungs-Zyklus der Würmer ablaufen kann. Sonst nehmen die Tiere die neu gschlüpften Larven wieder auf. Die optimale Bestossungszeit dauert ca. 1 Woche bis max. 10 Tage.

    Mäh- und Mischweide: Werden die Parzellen abwechselnd beweidet und gemäht, kann der Parasitendruck verringert werden. Viele Magen-Darm-Würmer sind wirtsspezifisch. Das heisst, infektiöse Parasitenlarven von Kleinwiederkäuern können sich in Rindern nicht weiterentwickeln. Deshalb wird bei einer Mischbeweidung von Kleinwiederkäuern und Rindern oder von Kleinwiederkäuern und Pferden der Parasitendruck deutlich gesenkt. Die verschiedenen Tierarten können sowohl gleichzeitig wie auch abwechslungsweise weiden.

    Sömmerung: Lange Ruhezeit während des Winters und tiefe Temperaturen führen dazu, dass der Parasitendruck auf den Alpen gering ist. Der Parasitendruck auf dem Heimbetrieb wird ebenfalls reduziert, da diese Weideflächen während der Sömmerung nicht bestossen werden.

    Einbezug von Weideflächen in die Fruchtfolgen: Neuansaaten sind Parzellen gleichzustellen, die nicht mit Kleinwiederkäuern beweidet wurden. Solche Flächen sind für die Beweidung mit empfindlichen Tieren (z.B. Jungtieren) empfehlenswert. 

    Wiederstandkraft der Tiere

    Je vitaler die Tiere, desto besser kann sich das Immunsystem gegen Parasiten zur Wehr setzen. Mit einer optimalen Fütterung, einer regelmässigen und ausgewogenen Mineralstoffversorgung und einer Haltung, welche die Bedürfnisse der Tiere berücksichtigt, sind die Voraussetzungen gegeben, dass alle Körperfunktionen optimal ablaufen können. 

    Züchterische Aspekte

    Bei der Auswahl der Nachzuchttiere ist auf ein starkes Immunsystem zu achten. Die Selektion sollte auf Tiere erfolgen, die trotz einem gewissen Parasitendruck in gutem Allgemeinzustand sind und eine gute Leistung (Wachstum, Fruchtbarkeit, Laktation) erbringen. 

    Alternative Behandlungen

    Es gibt verschiedene Ansätze zur alternativen Wurmbehandlung. Der Einsatz von phytogenen Zusatzstoffen zeigte in diversen Forschungsprojekten gute Resultate. Die in den Pflanzen enthaltenen Tannine, sowie andere Polyphenole, binden sich an die Proteinstruktur an der Hautoberfläche vom Würmern, was deren Reproduktion einschränkt und so die Vermehrung reduziert. Die antiparasitäre Wirkung ist auf Inhaltsstoffe wie Wurmsamen-Drüsengänsefuss, Echter Alant, Knoblauch und Thymian zurückzuführen. 

UFA-Spezialitäten für Schafe

Je nach Situation und Gesundheitszustand der Schafe ist es angebracht, eine Spezialität einzusetzen. Verschiedene UFA-Spezialitäten unterstützen die Gesundheit der Schafe, sei dies bei Hitzestress oder Pansenübersäuerung, beim Weideaustrieb, zur Leberreinigung, oder für eine bessere Fruchtbarkeit.