Praxistag 2021

Am Mittwoch, 17. März wurde der alljährliche Bio-Praxistag per Webinar durchgeführt . Hauptthema waren die Wiederkäuerfütterung 2022 (Ergänzungsfütterung, Aufwertung von Futterbauflächen & Zwischenfutterbau) und der Anbau von Körnerleguminosen. Rund 80 Teilnehmende haben den Referaten von UFA, UFA-Samen und fenaco Getreide, Ölsaaten, Futtermittel zugehört.

BIO-Praxistag 2021

Gewappnet für 2022

2022 naht und somit auch die Richtlinien-Änderungen von Bio-Suisse in der Wiederkäuerfütterung. Der Inlandanteil bei der Wiederkäuerfütterung ist ab 2022 bei 100% und man darf maximal 5% Kraftfutter einsetzen. Um den Bio-Landwirten Unterstützung zu bieten, wurde trotz Corona einen Bio-Praxistag, in Form eines Webinars, durchgeführt. Ruben Keller von der UFA AG ging auf die Wiederkäuerfütterung ein. Er zeigte auf, wie das UFA W-FOS System hilft, das Ergänzungsfutter gezielt einzusetzen. Wichtig ist, dass der Fokus auf die Startphase gelegt wird und man die Tiere nicht verfetten lässt. Ruben Keller schloss ab mit dem Hinweis, dass der Erfolg im Futterbau in Zukunft noch grössere Auswirkungen auf die Produktion von Milch und Fleisch hat als bisher.

Futterbau

Um diesen Erfolg im Futterbau zu erzielen, erläuterte Andrea Laim von UFA-Samen folglich, wie man die Futterbauflächen mit Übersaaten aufwertet. Eine Übersaat verhilft, die Qualität und Quantität der Grünlandbestände zu verbessern. Wichtig ist, dass dabei die lokalen Bedingungen beachtet werden und eine zum Standort passende Mischung gewählt wird. Jährlich sollten ein Drittel der Flächen übersät werden, und Übersaaten müssen geduldig und hartnäckig wiederholt werden.

 

Niklaus Althaus, auch von UFA-Samen, zeigte auf, wie mit Zwischenfutter das Grundfutter ergänzt werden kann. Die von UFA-Samen in den letzten Jahren getesteten Zwischenfuttermischungen lieferten Erträge von bis 45dt TS je nach Komponentenzusammensetzung. Mehrschnittiger Sorghum und die Futterhirse Moha profitieren bei sehr trockenen und warmen Bedingungen, diese haben aber eine deutlich geringere Energie- und Proteinleistung.

Körnerleguminosen

Andreas Rohner von fenaco Getreide, Ölsaaten, Futtermittel hielt ein Referat zu den Bio-Körnerleguminosen. Da ab 2022 100% des Futters der Wiederkäuer aus der Schweiz kommen muss, haben diese eine deutlich grössere Bedeutung. Die wichtigsten Körnerleguminosen sind Sojabohne, Ackerbohne, Eiweisserbse und die Süsslupine. Gesucht sind alle dieser Kulturen, die Nachfrage nach Schweizer Bio-Soja ist am grössten. Die LANDI/Maxi-Sammelstellen nehmen Getreide und Ölsaaten durch über 50 bio-zertifizierte Sammelstellen ab.

Hier geht’s zu den Bio-Sammelstellen

 

Niklaus Althaus zeigte in der Folge auf, was es für Körnerleguminosen für Voraussetzungen braucht und worauf bei der Düngung geachtet werden sollte. Körnerleguminosen sind eine interessante Kultur in der Fruchtfolge und eine gute Vorfrucht für Wintergetreide.

Flyer Bio-Soja

Geflügelproduktion

Zum Schluss zeigte Kevin Häfliger, UFA-Geflügel und -Bio-Berater auf die Marktsituation in der Geflügelproduktion auf. Bio-Geflügelmäster sind aktuell gesucht. Mobile Legehennenställe eignen sich optimal für Direktvermarkterbetriebe. Die Anschaffungskosten sind tiefer als ein Stall, jedoch sind die mobilen Ställe auch Baubewilligungspflichtig.

Toni Büchler von UFA zog am Schluss das Fazit. Die fenaco-LANDI Gruppe unterstützt die Bio-Landwirte bei Fragen rund um die Fütterung, den Futterbau oder den Ackerbau. Brauchen Sie Hilfe bei der Umsetzung der Fütterungsstrategie oder Futterbau in Zusammenhang mit den Richtlinien-Änderungen oder interessieren Sie sich für den Anbau von Körnerleguminosen? Die LANDI oder Ihr UFA-Berater helfen Ihnen gerne.

BIO-Praxistag 2020

Homoöpathie bei Nutztieren stösst auf Interesse

Toni Büchler, UFA-Biospezialist begrüßte am Freitag, 24.1.2020 rund 90 Bio-Produzenten und weitere Interessierte aus der Branche auf dem Betrieb der Stiftung Tannenhof in Gampelen (BE). Bei der zweisprachig geführten Tagung erhielten die Teilnehmenden Einblick in ein breites Spektrum der Bio-Landwirtschaft. Von Absatzchancen über die neuste Hacktechnik bis hin zur Betriebsbesichtigung waren für alle Teilnehmenden spannende Themen dabei.
Absatzchancen für Bio-Geflügel

Sowohl in der Junghennenaufzucht, der Eierproduktion wie auch der Bio-Geflügelmast ist entsprechendes Absatzpotenzial vorhanden, welches es gemäss Beat Schwestermann, UFA-Geflügelspezialist optimal auszunützen gilt. Er erläutert, welche Voraussetzungen für die verschiedenen Produktionssysteme zu erfüllen sind, zeigt aber auch, dass die Bio-Geflügelproduktion viele Chancen bietet. Neue Produzenten sind gesucht, die wichtigste Voraussetzung ist jedoch die Freude am Geflügel.

Natürliche Heilmethoden wie Homöopathie oder die Behandlung mit Bachblütentropfen hilft auch bei Nutztieren, davon ist Heidi Garo überzeugt. Seit Jahren vermittelt sie in ihrer Naturheilpraxis in Tschugg (BE) ihr Wissen an Interessierte oder an diejenigen, welche mit herkömmlicher Schulmedizin keinen Erfolg mehr haben. Die Naturheilpraktikerin erklärte, was Homöopathie ist und stellte vor, wie die Behandlung beispielsweise bei Durchfall, Mastitis oder zur Entwurmung erfolgt. Sie ergänzte die Theorie stets mit spannenden Erfahrungen aus dem Alltag. Homöopathie, lange Zeit belächelt, findet vermehrt seinen Zugang in der Landwirtschaft, sowohl im Ackerbau wie in der Tierhaltung. Nach dem Referat entstand im Saal eine spannenden Pro und Kontra-Diskussion.

 

Bio-Chicorée und die modernste Hacktechnik
Nach dem Mittagessen teilten sich die Teilnehmenden in drei Gruppen und absolvierten drei Workshops. Lukas de Rougemont, Betriebsleiter Landwirtschaft führte eine Gruppe über den 144ha LN umfassenden Bio-Betrieb der Stiftung Tannenhof. Spannend und nicht alltäglich war die Besichtigung der Chicorée-Treiberei – bis zu 50 Tonnen Chicorée in Bio-Vollknospe Qualität produziert und vermarktet Lukas mit seinem Team pro Jahr. Beim zweiten Posten wartete Thomas Minder, Serco Landtechnik AG auf die Besucher. Die neuste Hacktechnologie mit modernsten 3D-Kameras und intelligentem Hydrauliksystem brachte die Teilnehmenden zum Staunen. Kulturen mit Reihenabständen von 50 oder 75cm wie Mais, Raps, Zuckerrüben oder Buschbohnen können heute mit solchen Maschinen auch in Bio-Qualität von Unkraut sauber gehalten werden. Beim dritten Posten ging es wieder an die Wärme, wo Niklaus Althaus, Berater UFA-Samen und gleichzeitig Bio-Landwirt den Nutzen von Gründüngung in der Fruchtfolge erläuterte. In der Sprache der Landwirte referierte Niklaus gekonnt und untermauerte seine Aussage jeweils mit persönlichen Erfahrungswerten aus der Praxis.

Der Teilnehmende ging vollbepackt mit Eindrücken nach Hause und wird bestimmt den einen oder anderen Input nutzen und sich Gedanken zur weiteren Ausrichtung des Betriebes machen.