Rückblick UFA TORO-Tagung

Vorbildlicher SQB-Produzent

Der Besuch bei der Familie Hug zeigt klar auf, dass gute Mastleistungen für den SQB-Kanal nur mit einer optimalen Aufzucht und der nötigen Tränkerqualität erreicht werden können. Sind die Tränker in der gewünschten Qualität nicht vorhanden, so wartet René Hug mit dem Kauf. Zum Thema Hitzestress-Reduktion wurde der Effekt eines Grossraumlüfters veranschaulicht. Je nachdem wie der Lüfter hin- und eingestellt wird, gibt es Buchten im Stall, die mehr oder weniger profitieren. Um Hitzestress zu vermindern und genügend Feuchtigkeit aus dem Stall zu bringen, benötigen Mastmuni einen Luftzug von rund 2.5 m/s. Um diesen Zielwert zu erreichen, braucht es vor allem im Sommer ein durchdachtes Lüftungsmanagement.

Stabile Silage auch im Sommer

Noch vor dem Mittag machte der wortgewandte Gastreferent aus Nordrhein-Westfahlen seine Ausführungen zur Silagestabilität im Sommer. Dr. Klaus Hünting veranschaulichte aus einfache Weise, welche beträchtlichen finanziellen Konsequenzen eine Nacherwärmung der Silage mit sich bringt. Bei einer vermutlichen Nacherwärmung gilt es, den normalen Temperaturverlauf im Silo zu beachten. Denn Silotemperaturen von rund 20°C sind im Dezember normal. Hünting rechnete vor, dass durch eine Nacherwärmung von 10°C im Silo während zehn Tagen ein Energieverlust entsteht, mit dem 295 kg Lebendgewicht produziert werden könnten. Um Nacherwärmungen im Sommer zu vermeiden, ist die Futterhygiene beim Silieren ein zentraler Punkt, denn die verantwortlichen Hefen benötigen für die Nacherwärmungen einen Nährboden. In Versuchen der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfahlen konnte er zeigen, dass eine hohe aerobe Stabilität ohne Silierzusätze möglich ist, jedoch eine top Futterhygiene bei der Ernte voraussetzt. Zudem muss bereits bei der Siloplanung ein besonderes Augenmerk auf den zu erbringenden Vorschub gelegt werden. Im Sommer sollte dieser bei Fahrsilos rund 2.5 m/Woche und im Hochsilo rund 70 cm/Woche betragen. Wie wichtig gutes Verdichten und luftdichtes Abdecken direkt nach dem Einsilieren sind, wurde anhand konkreter Versuche aufgezeigt: «CO2 ist das günstigste Siliermittel, denn wo CO2 ist, kann kein Sauerstoff sein», so Hünting. Dieses könne sich allerding nur sammeln und den Silierprozess beschleunigen, wenn das Silo rasch und wirklich luftdicht verschlossen wurde. 

2er Muni – Ein Sommer-Problem?

Jonas Salzmann, UFA-Marketing, stellte den Anwesenden die Resultate der intern durchgeführten 2er Analyse vor. Die 24'000 ausgewerteten Tiere der letzten vier Jahre lieferten interessante Resultate. So sind Muni’s mit der Fettklasse 2 in den Sommermonaten häufiger als in den anderen Jahreszeiten. Gründe dafür sieht Salzmann in der Jugendentwicklung, welche die Tiere im Jahr zuvor während des Sommers durchlebten. Es ist möglich, dass die jungen Munis während der heissen Jahreszeit in der Jugendentwicklung gestört wurden. Junge Muni mit guten Tageszunahmen erreichen die gewünschte Fettabdeckung besser. 2er Muni hingegen sind oft schwerer und älter als 3er Muni. Damit die Munis in der Jugendentwicklung hohe Tageszunahmen erzielen, ist eine intensive Fütterung während der Vormast entscheidend. Nur so haben die Tiere genügend Zeit, um die gewünschte Fettabdeckung zu erreichen. Ein weiterer Hinweis liefert die Genetik. Munis mit der Fleischigkeit C weisen öfters die Fetttaxierung 2 auf als H und T+ Tiere. Vor allem die Rassen Limousin, Angus und Simmentaler schneiden bei der Auswertung gut ab. Angusstiere erreichen mit der Fleischigkeit C am meisten Fetttaxierungen mit 3. Bei den Limousin-Stieren sind es die H Tiere und bei den Simmentalern die T+ Tiere, die den tiefsten Anteil an 2er innerhalb der einzelnen Fleischigkeitskategorien haben. 

Theorieteil mit Praktikern

Hansueli Rüegsegger, Leiter Rindvieh UFA AG, stellte die Resultate eines Kälberversuchs mit Gesundheitstränker in der Grossviehmast vor, welcher die HAFL zusammen mit der UFA auf dem Betrieb Schönholzer durchführte. Der Versuch bestätigte, dass die bessere Konstitution der Gesundheitstränker dazu führte, dass diese in der zweiten Hälfte der Tränkephase deutlich gesünder waren und dadurch der Antibiotikaverbrauch um 40% gesenkt werden konnte.

Franz Hagenbuch (Präsident Swiss Beef) überbrachte das Grusswort. Der engagierte Mäster ist zurzeit an mehreren Fronten tätig u.a. auch bei den Diskussionen um die neue CH-TAX Maske: «Wir Munimäster wollen Kompromisse suchen und mithelfen. Ein Kompromiss beinhaltet aber ein Entgegenkommen aller Beteiligten».

Das Marktgeschehen

Die Erläuterungen von Marcel Senn, Handelsmitarbeiter Anicom, zeigten, dass die Muniproduktion im Vergleich zum 2018 um mehr als 5% abnahmen. Im Gegensatz dazu stieg der Anteil an Ochsen, vor allem aus der Mutterkuhhaltung, um fast 5 Prozent. Die Schlachtgewichte sind stabil, aber für den Markt weiterhin zu hoch. Er betonte zudem, dass die hohen Kuhpreise den Munipreis stützen und zu einer stabilen Marktlage führen. Die neuen Regelungen bei den Tränkergewichten wird die Anicom befolgen und umsetzen. Ungewiss ist allerdings, wie die Überarbeitung der CH-TAX Maske aussehen wird. 

Rinder mit Munizunahmen

Der Betrieb der Familie Schönholzer in Sulgen (TG) zeigte auf eindrückliche Weise, dass hohe Tageszunahmen bei Rindern auch mit viel Grassilage möglich sind. Wichtig sei, dass die Tiere früh beginnen viel zu fressen. Der Betrieb setzt auf eine intensive Rindermast und erzielt Tageszunahmen, die an die Munimast erinnern. Mit viel Grassilage in top Qualität erzielt der Betrieb Tageszunahmen von rund 1200 Gramm pro Tag. Spezialisiert auf die Grasproduktion erreicht der Betrieb bei der Silage eine Rohfaserverdaulichkeit von über 75 Prozent. Hochverdauliche Futtermittel sind auch bei hohen Temperaturen sehr wichtig, da durch unverdauliche Bestandteile die Wärmeproduktion im Pansen erhöht wird. Je verdaulicher die Ration, desto geringer ist die Eigenwärmeproduktion und desto geringer ist auch der Hitzestress. Bezüglich der aeroben Stabilität mussten die Teilnehmer anhand von drei Maissilageanalysen herausfinden, welche am gefährdetsten für eine Nacherwärmung im Sommer ist. Für Pirmin Thalmann gilt es nebst dem TS-Gehalt, dem pH-Wert und der Säurezusammensetzung auch den Restzuckergehalt zu beachten.