Fütterung von Gitzi, Milchziege und Bock

Milchziegen

Eine gute Nährstoffversorgung bei Ziegen wird durch einen hohen Futterverzehr, qualitativ einwandfreie Futtermittel und eine dem Leistungspotenzial entsprechende Ergänzungsfütterung erreicht. Das wählerische Verhalten der Ziegen ist zu respektieren.

Startphase (Geburt bis und mit 2. Laktationsmonat): Die Ziege muss einen Teil des Energiebedarfs aus Körperreserven decken. Bei übermässigem Abbau der Körperreserven tritt Acetonämie auf. Zudem wird die Laktationspersistenz negativ beeinflusst. Ein hoher Futterverzehr und eine ausreichende Nährstoffversorgung werden erreicht durch:

  • Vielseitige Rationen und Akzeptieren von bis 30% Futterresten.
  • Auf das Grundfutter und den Bedarf abgestimmte Ergänzungsfütterung mit UFA 772 ProRumin oder UFA 766.
  • Verfügbarkeit von bester Futterqualität, rund um die Uhr.
  • Langsame, schrittweise Futterumstellungen.
  • Milchharnstoffwerte zwischen 20 und 35 mg/dl Milch.

Produktionsphase (3. Laktationsmonat bis 3. Trächtigkeitsmonat): Bei ausschliesslicher Grünfütterung ist die ausreichende Energieversorgung mit UFA 765 sicherzustellen. Wenn Rüben oder Maisprodukte verfüttert werden, eignet sich UFA 767. Harnstoffwerte von über 20mg stehen für genügend Protein. Milcheiweissgehalte von über 3% zeigen eine ausreichende Energieversorgung an. Nach dem Decken dürfen die Tiere nicht verfetten, da die Gefahr von Stoffwechselstörungen nach dem Werfen ansteigt.

Reproduktions- und Vorbereitungsphase (4. und 5. Trächtigkeitsmonat): Ab ca. 6 Wochen vor der Geburt steigt der Nährstoffbedarf für das Wachstum des Fötus. Gleichzeitig nimmt der Futterverzehr um ca. 1⁄5 ab. Die Nährstoffkonzentration der Ration muss deshalb mit langsam steigender Gabe von 200 bis 600 g UFA 772 ProRumin oder UFA 766 erhöht werden. Damit kann der gefürchteten Trächtigkeitstoxikose vorgebeugt werden und der Pansen kann sich rechtzeitig an die höhere Konzentration gewöhnen.

Ergänzungsfutter pro Milchziege und Tag (50-60 kg Lebendgewicht)

 

Grundfutter *

Grünfutter / Weide

Dürrfutter
gute Qualität

Dürrfutter
mittlere Qualität

Dürrfutter
+ Grassilage

Dürrfutter
+ Maissilage

Startphase

UFA 765

UFA 772

UFA 772

UFA 772

UFA 772

1.+2. Laktationsm.

800-1000 g

1200-1300 g

1600-1700 g

1200-1300 g

1000-1200 g

3. Laktationsmonat

UFA 765

UFA 765

UFA 772

UFA 765

UFA 767

Bis 3. Trächtigkeitsm.

200-500 g

500-600 g

900-1000 g

500-600 g

200-400 g

4.+5. Trächtigkeitsm.

UFA 765

UFA 765

UFA 772

UFA 765

UFA 767

300-400 g

300-400 g

500-600 g

300-400 g

200-400 g

  • Zusätzlich 20 bis 40g UFA 998 Mineralsalz und 5 bis 10g Viehsalz oder Salzleckstein.
  • Kraftfuttermengen über 400 g pro Tag sind auf mehrere Gaben zu verteilen.

Die aufgeführten Kraftfuttergaben sind Richtmengen. Sie sind den tatsächlichen Grundfuttergehalten und Milchleistungen anzupassen. Pro kg Mehr- oder Mindermilch ist die Kraftfuttergabe um 0.4kg anzuheben beziehungsweise zu senken.

Ziegenbock

Ausserhalb der Deckperiode ist der Nährstoffbedarf von Ziegenböcken gering. Steht gutes Raufutter zur Verfügung, so ist keine Kraftfutterergänzung notwendig. Während der Decksaison dagegen sinkt der Futterverzehr und der Nährstoffbedarf steigt an. Um diesem Umstand gerecht zu werden, ist eine Verabreichung von 300 g bis 600 g UFA 765 angezeigt.

Gitzi

Die neugeborenen Gitzi besitzen praktisch keine Abwehrstoffe gegen krankmachende Keime. Mit der frühzeitigen Aufnahme von Kolostralmilch können die jungen Tiere die notwendigen Abwehrstoffe aufnehmen. Die Kolostralmilch ist in ihrer Zusammensetzung auf die Bedürfnisse des neugeborenen Gitzis abgestimmt. Sie weist hohe Gehalte an leichtverdaulichen Nährstoffen und erhöhte Gehalte an Vitaminen, Mineral- und Spurenelementen auf.

Da Ziegen in erster Linie zur Erzeugung von Milch gehalten werden, ist es bei gutem Erlös für die Ziegenmilch wirtschaftlicher, die Ziegenmilch während der Tränkephase durch Milchpulver zu ersetzen. In der ersten Lebenswoche kann die Kolostralmilch schrittweise durch UFA 200 (Mast) oder UFA 207 plus (Aufzucht) abgelöst werden. Durch den hohen Anteil an Milchprotein in diesen beiden UFA-Produkten reduziert sich die Gefahr von Blähungen.

Die Aufzuchtfütterung muss darauf ausgerichtet sein, die Entwicklung des Wiederkäuermagens zu beschleunigen. Die Pansenentwicklung wird durch mechanische und chemische Reize durch die frühzeitige Verabreichung von Dürrfutter und UFA 763/864 Bio bewirkt.

UFA-Tränkeplan für Aufzuchtgitzi

zu Wasser - Pulver (Beispiel)

Aufzuchttage

Flüssigkeitsaufnahme (l/Tier und Tag)

UFA 200 oder
UFA 207 plus (g/l Tränke)

Total-TS (g)

1

1.5

Kolostrum (3x pro Tag)

2. - 7.

1.6

130

208

8. - 14.

1.7

130

221

15 - 21.

1.8

130

234

22. - 28.

1.8

130

234

35. - 42.

1.8

130

234

43. - 49.

1

130

130

50. - 56.

0.5

130

65

ab 57.

0

0

0

Spezifische Tränkepläne, in denen auch der Einsatz von UFA top-start, UFA top-fit, UFA-Solvi oder UFA-Antifex bedarfsgerecht integriert ist, erhalten Sie beim UFA-Beratungsdienst.

Ab der 2. Lebenswoche: Dürrfutter, UFA 763/864 Bio und Wasser zur freien Verfügung.

UFA-Tränkeplan für Mastgitzi

zu Wasser - Pulver (Beispiel)

Masttage  

Flüssigkeitsaufnahme (l/Tag und Tier)

UFA 200
(g/l Tränke)

Total-TS (g)

1

1.5

Kolostrum (3x pro Tag)

2. - 7.

1.6

130

208

8. - 14.

1.7

140

238

15. - 21.

1.8

150

270

22. - 28.

2.0

150

300

35. - 42.

2.0

150

300

43. - 49.

2.0

150

300

50. - 56.

2.0

150

300

ab 57.

2.0

150

300

Schlachtung mit 10 bis 15.6 kg Lebendgewicht.

Spezifische Tränkepläne, in denen auch der Einsatz von UFA top-start, UFA top-fit, UFA-Solvi oder UFA-Antifex bedarfsgerecht integriert ist, erhalten Sie beim UFA-Beratungsdienst.

Ab der 2. Lebenswoche: Dürrfutter und Wasser zur freien Verfügung.

Jungziegen

Nach der Tränkephase (beim Absetzen von der Milch im Alter von 7 - 8 Wochen) sollen die Lämmer pro Tag zirka 300 g bis 400 g UFA-Lämmeraufzuchtfutter aufnehmen. Damit ist ein gleichmässiger Wachstumsverlauf gewährleistet. Im Laufe des vierten Aufzuchtmonates (ca. 22 kg Lebendgewicht) kann die Kraftfutterration reduziert werden (je nach Grundfutterqualität auf 150g bis 200 g pro Tag und Tier). Ab dem fünften Aufzuchtmonat ist es bei angemessener Grundfutterqualität möglich, auf eine zusätzliche Kraftfutterergänzung zu verzichten.

Durch eine angepasste bedarfsgerechte Nährstoffversorgung ist die Besamung der Jungziegen mit zirka sieben Monaten bei einem Körpergewicht von 28 bis 32 kg möglich.