Störungen und Lösungen bei Mastschweinen

Kannibalismus

Schwanz- und Ohrenbeissen in der Ferkelaufzucht und in der Mast sind insbesondere im Frühjahr und Herbst ein wiederkehrendes Problem. Die Gründe dafür sind oft nicht sofort erkennbar, denn Kannibalismus tritt unregelmässig auf und hat meistens mehrere Ursachen. Deshalb kann dem einzelnen Betrieb keine "Pauschalempfehlung" abgegeben werden.

Checkliste zur Ursachenforschung und Abhilfe:

  • Ohrenbeissen: Zugluft überprüfen und abstellen.
  • Schwanzbeissen: hängt oft mit schlechter Stallluft (Schadgasgehalt) zusammen.
  • Hohe Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht, Mindestluftrate sicherstellen.
  • Überbelegung und falsche Gruppierung vermeiden (Gewicht und Grösse).
  • Fütterungspläne und Computereinstellungen prüfen (z. B. Flüssigkeitsfaktor, Waage).
  • Futterhygiene, auch beim Stroh (Schimmel und Mykotoxine) beachten.
  • Wasserversorgung und -qualität kontrollieren.
  • Biorhythmus beachten (am späten Nachmittag umstallen).
  • Zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten anbieten.

Würmer

Verwurmte Tiere haben bis 15 % geringere Tageszunahmen und einen bis 10% höheren Futterverbrauch. Durch den geschwächten Organismus können Symptome wie Durchfall, Lungenentzündung oder auch Kannibalismus verstärkt und heftiger auftreten. Zudem wird die Wirtschaftlichkeit von verwurmten Tieren im Schlachthof durch Abzüge "Konfiskat-Leber" zusätzlich geschmälert.

Empfehlung: Jager 14 Tage nach Mastbeginn mit 500 g UFA 396 pro 10 kg LG entwurmen (ergibt in der Regel 1 bis 2 Tage).

Entwurmungsfutter ist rezeptpflichtig. Zu jeder Bestellung gehört zwingend das Original-Tierarztrezept; ohne dessen Vorliegen beim Hersteller darf das Entwurmungsfutter nicht ausgeliefert werden!