Fütterung von Auen, Lämmer und Zuchtwidder

Auenfütterung auf Leistung abstimmen

Die Fütterung der Auen ist den zu erbringenden beziehungsweise den zu erwarteten Leistungen anzupassen. Je nach Leistungsstadium ist der Nährstoffbedarf sehr unterschiedlich. Gute Fruchtbarkeit und hohe Aufzuchtleistungen setzen eine bedarfsgerechte Nährstoff- und Energieversorgung in den einzelnen Leistungsstadien voraus.

Deckperiode (Flushing): Die Fruchtbarkeit von Mutterschafen ist in entscheidendem Masse abhängig vom Fütterungsniveau und von der Fütterungstechnik zum Zeitpunkt der Belegung. Durch eine energiereiche Fütterung während der Deckperiode lassen sich folgende Effekte erzielen:

  • Förderung der Brunst.
  • Bessere Befruchtungsrate und Erhöhung der Zwillingsgeburten.
  • Lebenderhaltung der befruchteten Eizellen.

Der Flushing-Effekt wird erhöht, wenn die Auen ab vier Wochen vor der Decksaison bewusst rationiert mit Heu und Stroh gefüttert werden.

In der anschliessenden Deckperiode, das heisst ab zirka zwei Wochen vor bis drei Wochen nach dem Belegen sollen zusätzlich zirka 200 bis 400 g (je nach Ernährungszustand der Auen) UFA 765 Schaffutter verabreicht werden.

1. bis 4. Trächtigkeitsmonat: In dieser Zeitperiode weist das Mutterschaf einen relativ geringen Nährstoffbedarf auf. Das Grundfutter reicht in den meisten Fällen aus. Nicht zu vernachlässigen ist in diesem Zeitabschnitt die Mineralstoffversorgung. Eine Gabe von 20 bis 30 g UFA 998 Mineralsalz ist angezeigt.

5. Trächtigkeitsmonat: Gegen Ende der Trächtigkeit steigt der Nährstoffbedarf der Auen deutlich an. Bedingt durch das geringere Verzehrvermögen und das starke Wachstum der Föten reicht das übliche Grundfutter in der Regel für die Bedarfsdeckung nicht mehr aus. Eine dem Grundfutter angepasste Kraftfutterergänzung (UFA 772 zu ausgeglichenem, UFA 765 zu eiweissreichem oder UFA 767 zu energiereichem Grundfutter) ist notwendig.

Eine Unterversorgung an Energie und Protein kann Stoffwechselstörungen wie Trächtigkeitstoxikose (Ketose) auslösen und das Geburtsgewicht und die Lebensfähigkeit der Lämmer beeinträchtigen.

Säugezeit / Laktationsbeginn: Die Milchleistung im ersten Säugemonat ist neben dem genetischen Leistungsvermögen auch von der Nährstoffversorgung der Aue und der Lämmerzahl abhängig und beeinflusst wesentlich die Aufzuchtleistungen der Lämmer. Das Grundfutter reicht in der Säugezeit nicht aus, um den Erhaltungsbedarf zu decken und eine hohe Milchleistung zu erbringen. Der Gewichtsverlust bei Auen mit dreimaligem Ablammen innert zwei Jahren darf während den ersten sechs Laktationswochen 3 bis 4 kg nicht übersteigen. Je nach Wurfgrösse und Grundfutter sind 500 bis 1000 g UFA-Ergänzungsfutter pro Tier und Tag zu füttern:

UFA 772 zu ausgeglichenem Grundfutter (Heu und Emd)

UFA 767 zu energiereichem Grundfutter (Maissilage, Rübenschnitzel)

UFA 765 zu eiweissreichem Grundfutter (junges Gras, Belüftungsheu)

Ergänzungsfutter pro Mutterschaf (60-70 kg Lebendgewicht)

Grundfutter*

Grünfutter/Weide

Dürrfutter gute Qualität

Dürrfutter mittlere Qualität

Dürrfutter

+ Grassilage

Dürrfutter

+ Maissilage

Deckperiode (Flushing)

UFA 765

UFA 765

UFA 765

UFA 765

UFA 767

200-500 g

300-500 g

500-700 g

300-500 g

200-400 g

Ende Trächtigkeit

UFA 765

UFA 765

UFA 765

UFA 765

UFA 767

200-500 g

300-500 g

500-700 g

300-500 g

200-400 g

1. + 2. Laktationsmonat

UFA 772

UFA 772

UFA 772

UFA 772

UFA 772

1 Lamm

300-400 g

500 g

700 g

400 g

400 g

2 Lämmer

500-600 g

700 g

900 g

600 g

600 g

ab 3. Laktationsmonat

-

UFA 772

UFA 772

UFA 772

UFA 772

2 Lämmer

-

100 g

200 g

100 g

100 g

 

Ergänzungsfutter pro Milchschaf (60-70 kg Lebendgewicht)

Grünfutter/Weide

Dürrfutter gute Qualität

Dürrfutter mittlere Qualität

Dürrfutter

+ Grassilage

Dürrfutter

+ Maissilage

UFA 772

UFA 772

UFA 772

UFA 772

Laktationsbeginn

600-700 g

700-800 g

800-900 g

500-600 g

Laktationsmitte

500-600 g

600-700 g

700-800 g

400-500 g

Laktationsende

200-300 g

200-300 g

200-300 g

100-200 g

  • Zusätzlich 20 bis 30g UFA 998 Mineralsalz und 5 bis 10g Viehsalz oder Salzleckstein verabreichen.
  • Die aufgeführten Kraftfuttergaben sind Richtmengen. Sie sind den tatsächlichen Milchleistungen anzupassen.
Wachstumspotenzial der Lämmer nutzen

Voraussetzung für eine erfolgreiche Lämmeraufzucht sind Geburtsgewichte von etwa 4 bis 5kg. Hohe Geburtsgewichte werden durch bedarfsgerechte Fütterung der Mutterschafe am Ende der Trächtigkeit erreicht.

Sauglämmer besitzen ein hohes Wachstumspotenzial. In etwa fünf Wochen verdreifachen sie ihr Geburtsgewicht. Erreicht wird dies aber nur, wenn Muttertiere und Lämmer richtig ernährt werden.

Die Selektion in Aufzucht- und Masttiere soll erst bei einem Gewicht von zirka 35 kg erfolgen, damit für die Nachzucht die bestgeeigneten Lämmer bestimmt werden können.

Tränkezubereitung

Pulverauflösung: Das Pulver mit genügend heissem Wasser von zirka 50 bis 60°C durch kräftiges Schütteln der Schoppenflasche oder energisches Umrühren mit dem Schwingbesen vollständig knollenfrei auflösen. Nur saubere, hygienisch einwandfreie Geräte verwenden!

Dosierung: Als Richt-Dosierung gelten zirka 200 g Pulver pro Liter Wasser, wobei eine Varianz von 150 bis 250 g möglich ist. Am Anfang der Tränkeperiode tiefer dosieren, dann nach und nach steigern. Die Konzentration hängt stark vom Gewicht, vom Gesundheitszustand und von der Entwicklung der Lämmer ab.

Tränketemperatur: Eine Tränketemperatur von mindestens 41°C einhalten (mit dem Thermometer kontrollieren). Die Milch kann rasch abkühlen, deshalb nach dem Zubereiten sofort vertränken. Pro Tier und Tag dreimal maximal 2 bis 2.5 dl pro Gabe.

Aufzuchtlämmer

Normalerweise saugen die Lämmer bei der Aue. Muss mit Ersatzmilch aufgezogen werden, so eignet sich die spezielle Lämmermilch UFA 861 für eine problemlose Aufzucht ab dem ersten Tag.

1. Tag: Spätestens innert 6 Stunden nach der Geburt mindestens 1.5 bis 2 dl Kolostralmilch vertränken (vom Muttertier oder aus Gefrierkonserven). Ist keine Kolostralmilch vorhanden, durch den Tierarzt vorbeugend impfen lassen! Zwei Stunden nach Kolostralmilchgabe 2 dl UFA 861 Lämmermilch verabreichen. Zweite Ration nach vier Stunden. Dritte Ration nach sechs Stunden.

2. bis 30. Tag: Mindestens dreimal pro Tag 2 bis 2.5 dl UFA 861 Lämmermilch. Heu, sauberes Wasser und UFA 763/864 Bio Lämmer-Aufzucht-und Mastfutter zur freien Aufnahme vorsetzen.

Danach: Mindestens zweimaliges Tränken pro Tag beibehalten, bis das Lamm 500 g/Tag Kraftfutter aufnimmt. Die Tränkekonzentration kann gegen Ende der Säugezeit leicht reduziert werden.

UFA-Tränkeplan für Aufzuchtlämmer

zu Wasser - Pulver (Beispiel)

Aufzuchttage

Flüssigkeitsaufnahme (l/Tier und Tag)

UFA 861 (g/l Tränke)

Total-TS (g)

1

1.5

Kolostrum (3x pro Tag)

2. - 7.

1.6

130

208

8. - 14.

1.7

130

221

15. - 21.  

1.8

130

234

22. - 28.

1.8

130

234

35. - 42.

1.8

130

234

43. - 49.

1

130

130

50. - 56.

0.5

130

65

ab 57.

0

0

0


Spezifische Tränkepläne, in denen auch der Einsatz von UFA top-start, UFA top-fit, UFA-Solvi oder UFA-Antifex bedarfsgerecht integriert ist, erhalten Sie beim UFA-Beratungsdienst.

Ab der 2. Lebenswoche: Dürrfutter, UFA 763 / 864 Bio und Wasser zur freien Aufnahme.

Mastlämmer

Im Spätherbst und Winter geborene Lämmer werden mit Vorteil intensiv gemästet. Das Endgewicht von 40 kg soll in zirka 120 Tagen erreicht werden. Dies bedingt Tageszunahmen von rund 300 g und eine entsprechend angepasste Nährstoffversorgung (siehe Rationenbeispiele für die Lämmermast).

Bei einer Mast auf der Weide erhalten die Lämmer in der Regel kein Kraftfutter. Die Mastdauer ist deshalb länger. Die Tageszunahmen richten sich in erster Linie nach der Qualität der Weide. Die tägliche Verabreichung von zirka 20 g UFA 998 Mineralsalzmischung oder die Bereitstellung einer Leckschale UFA 999 oder Cake-Bloc Ovina ist für die ausreichende Versorgung mit Mineralstoffen, Vitaminen und Spurenelementen notwendig.

UFA-Tränkeplan für Mastlämmer

zu Wasser-Pulver (Beispiel)

Aufzucht Tage

Flüssigkeitsaufnahme (l/Tier und Tag)

UFA 861 (g/l Tränke)

Total-TS (g)

1

1.5

3x täglich Kolostrum

2. - 7.  

1.6

130

208

8. - 14.

1.7

140

238

15. - 21.

1.8

150

270

22. - 28.  

2.0

150

300

35. - 42.

2.0

150

300

43. - 49.

2.0

150

300

50. - 56.

2.0

150

300

ab 57.

2.0

150

300

 

Schlachtung mit 34 kg Lebendgewicht.

Spezifische Tränkepläne, in denen auch der Einsatz von UFA top-start, UFA top-fit, UFA-Solvi oder UFA-Antifex bedarfsgerecht integriert ist, erhalten Sie beim UFA-Beratungsdienst.

Ab der 2. Lebenswoche: Dürrfutter und Wasser zur freien Aufnahme.

Rationsbeispiel für Mastlamm (Beispiel)

Grundfutterration

Dürrfutter gute Qualität

Dürrfutter mittlere Qualität

Dürrfutter + Maissilage od. Futterrüben

Lebendgewicht

UFA 763

UFA 763

UFA 763

20 - 25 kg

250 - 350 g

300 - 400 g

250 - 350 g

25 - 30 kg

250 - 350 g

350 - 450 g

250 - 350 g

30 - 35 kg

250 - 350 g

350 - 450 g

250 - 350 g

35 - 40 kg

250 - 350 g

400 - 500 g

250 -350 g

 

 

Zuchtwidder: Kraftfuttermenge während Deckperiode steigern

Während der Ruhezeit sind Zuchtwidder gleich wie Mutterschafe im ersten bis dritten Trächtigkeitsmonat zu füttern. Ein Monat vor Beginn der Deckperiode sollen den Böcken täglich 300 bis 500 g Schaffutter UFA 772, UFA 767 oder UFA 765 (je nach Grundfutter) verabreicht werden.

Während der eigentlichen Deckperiode ist die Kraftfutterration auf 800 g täglich zu erhöhen. Wichtig ist eine ausreichende Mineralsalzgabe von täglich ca. 30 g UFA 998 während des ganzen Jahres.