Kosten sparen mit intensiver Aufzucht

Wer die Aufzuchtkosten senken will, muss das hohe Wachstumspotenzial der Kälber im ersten Lebensjahr voll nutzen und eine entsprechende Nährstoffversorgung sicherstellen. Ein ungehindertes Organwachstum in den ersten Wochen (Vormägen, Geschlechtsorgane, Eutergewebe usw.) beeinflusst die späteren Leistungen wesentlich.

Aufzuchtphase

Eine Eisengabe in den ersten Lebenstagen (UFA-Eisenpaste, UFA top-start) kostet wenig, verbessert aber die Vitalität und Immunität der Kälber wesentlich. Der UFA-Mineralleckstein für Kälber eignet sich, um ab der zweiten Lebenswoche eine lückenlose Wirkstoffversorgung zu gewährleisten.

Der Einsatz von Aufzuchtmilchpulver erhöht das Nährstoffangebot, fördert eine schnelle Entwicklung in den ersten Lebenswochen und sichert die notwendige Aufwertung der Kuhmilch mit Mineralstoffen und Wirkstoffen. In Kombination mit Kuhmilch eignet sich UFA 207 instant, zu Wasser hat sich UFA 207 plus und am Start UFA 209 start bewährt. Tränketemperatur von 40 bis 41°C.

Ab der ersten Lebenswoche hochverdauliches Kraftfutter und bestes Dürrfutter anbieten. Durch eine frühzeitige Aufnahme von leichtverdaulichem Aufzuchtfutter werden die Pansenzotten ausgebildet und die Pansenlebewesen gefördert. Heu begünstigt den Aufbau von Pansenvolumen und -bemuskelung. Grassilage eignet sich in dieser Phase nicht, weil sie zu viel schnell fermentierbares Rohprotein enthält.

Absetzphase

Sobald die Tiere neben gutem Raufutter zirka 2 kg Aufzuchtfutter fressen, ist der Nährstoffbedarf gedeckt und die Milch kann reduziert beziehungsweise abgesetzt werden. Zwei bis drei Wochen nach dem Absetzen ist ein langsamer Übergang auf das Aufzuchtfutter UFA 219 erfolgversprechend. Ab jetzt eignet sich neben Dürrfutter auch eine qualitativ einwandfreie Mischration wie sie Milchkühe erhalten.

Auf der Weide ist das Nährstoffangebot sehr unterschiedlich und deshalb für die Tiere im ersten Aufzuchtjahr nur bedingt zu empfehlen. Je nach Qualität des Raufutters kann das Kraftfutter gegen Ende des ersten Aufzuchtjahres reduziert werden.

Pubertät

Mit neun bis zwölf Monaten setzt die Geschlechtsreife ein. Bis zur erfolgreichen Belegung soll die Fütterungsintensität zurückgenommen werden. In der Regel decken Weide, mittleres Dürrfutter und/oder mittlere Grassilage den Bedarf. Maissilage wird zwischen dem siebten Lebensmonat und der Besamung besser nur sehr beschränkt oder besser nicht eingesetzt. Bei zu hoher Energiedichte behindert Depotfett die Tätigkeit der Eierstöcke und stört die normale Entwicklung der Euteranlage. Besonders während Phasen des kompensatorischen Wachstums (nach Alpung!) und entsprechend hohem TS-Verzehr besteht die Gefahr, dass übermässig Körperfett eingelagert wird. Umgekehrt führen Phasen mit zu geringer Energiedichte zu Glukosemangel und Abbau von Körperreserven. Beides stört den normalen Geschlechtszyklus und verhindert eine Trächtigkeit oder führt gar zu Eierstockzysten. Wichtig ist eine bedarfsgerechte Eiweiss-, Mineralstoff- und Vitaminversorgung.

Der ideale Besamungszeitpunkt liegt zwischen 400 bis 420 kg Lebendgewicht. Beste Besamungsergebnisse erzielt man in der dritten oder vierten Brunst. Zu spätes wie auch zu frühes Decken schadet den Tieren, mindert die Lebensleistung und erhöht die Kosten.

Vorbereitung aufs Abkalben

Ziel muss ein Lebendgewicht von mindestens 600 kg beim Abkalben sein. In der letzten Phase der Trächtigkeit sinkt der TS-Verzehr deutlich. Die Konzentration der Ration muss entsprechend erhöht werden. Die Vorbereitungsfütterung mit Angewöhnung an die Ration der laktierenden Tiere lohnt sich bei Erstmelkkühen besonders!

Nach den ersten drei Laktationen kann eine fundierte Aussage zur Rentabilität der intensiven Aufzucht gemacht werden. Zahlreiche Studien belegen, dass intensiv aufgezogene Kälber später als Kuh mehr Milch geben (siehe Grafik nebenan).