Digitalisierung steigert Effizienz

Am 27. Februar fanden rund 60 Bio-Landwirte und weitere Interessierte aus der Branche Ihren Weg auf die Swiss Future Farm nach Tänikon, Ettenhausen (TG). Das Thema der UFA BIO-Tagung war die Digitalisierung im BIO-Betrieb. Marco Landis stellte die im September 2018 eröffnete Swiss Future Farm vor. Agroscope erforscht in Zusammenarbeit mit dem Bildungs- und Beratungszentrum Arenenberg Smart-Farming Technologien, um diese für die Landwirtschaft greifbar zu machen.

 

Hilfsmittel im Milchviehstall

Christina Umstätter von der Agroscope, stellte die Vorteile von digitalen Hilfsmitteln wie Sensoren in der Milchviehhaltung vor. Dank der Datenerfassung und -Speicherung können die Sensoren Muster erstellen, wodurch Abweichungen schnell erkannt werden. Dies erlaubt, Krankheiten frühzeitig zu erkennen, wodurch ein grosser Mehrwert in der Tiergesundheit entsteht.

Die Milchkühe auf der Swiss Future Farm tragen die intelligente Ohrmarke Smartbow, welche über die UFA vertrieben wird. Ignaz Hutter, Ressortleiter im UFA-Beratungsdienst Oberbüren erläuterte, wie das System funktioniert. Smartbow ist ein wichtiges Hilfsmittel zur Früherkennung von Problemen, was gerade im Biobetrieb äusserst wichtig ist, denn je früher man Homöopathie einsetzen kann, desto höher ist die Chance zum Erfolg.

Herausforderung Wiederkäuerfütterung

Am meisten gespannt waren die anwesenden BIO-Landwirte wohl auf das Referat von Andreas Rohner, fenaco GOF, welcher sich dem aktuellen Thema BIO-Wiederkäuerfütterung widmete. Der Richtlinien-Entscheid, dass im Jahr 2022 maximal 5 Prozent Kraftfutter eingesetzt werden darf und 100 Prozent der Futterration aus Schweizer Anbau stammen muss, stellt die BIO-Milchviehhalter vor eine grosse Herausforderung. Rohner stellt klar, dass man sich auf eine Milchreduktion einstellen muss. Um den Rohprotein-Bedarf der Tiere decken zu können, müsse zum Beispiel der Maisanteil der Ration gesenkt werden. Kulturen wie Soja, Luzerne oder Klee müssen zukünftig in die Fruchtfolge integriert werden, um einheimisches Eiweiss zu produzieren. Sicher ist, dass die Mischfutterpreise für das Milchvieh ansteigen werden. Die grösste Herausforderung ist jedoch, dass das Zeitfenster sehr kurz ist, weshalb sich die BIO-Betriebe unbedingt heute schon darauf vorbereiten müssen.

Effizienzsteigerung

Urs Brändli, Präsident der BIO Suisse freute sich, dass die Tagung viele Bereiche abdeckte und den Besuchenden als Informationsveranstaltung diente. Er betonte, wie wichtig die Vernetzung ist, um die Digitalisierung voranzutreiben, trotzdem soll aber der Austausch zwischen den Landwirten nicht verloren gehen. Die Nachhaltigkeit ist heute ein sehr wichtiges und aktuelles Thema. Die biologische Landwirtschaft ist nachhaltig und hat somit einen grossen Vorteil. Wichtig ist aber, dass die Produktion trotzdem marktangepasst ist und man nur einsteigt, wenn der Absatz gesichert ist. Urs Brändli rundete die Tagung ab mit den zusammenfassenden Worten, dass die Effizienz im BIO-Betrieb dank genauer Datenerfassung gesteigert werden kann.

Rückblick vom BIO-Praxistag

UFA Bio-Fütterungsspezialisten

Toni Büchler

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