Homoöpathie bei Nutztieren stösst auf Interesse

Toni Büchler, UFA-Biospezialist begrüßte am Freitag, 24.1.2020 rund 90 Bio-Produzenten und weitere Interessierte aus der Branche auf dem Betrieb der Stiftung Tannenhof in Gampelen (BE). Bei der zweisprachig geführten Tagung erhielten die Teilnehmenden Einblick in ein breites Spektrum der Bio-Landwirtschaft. Von Absatzchancen über die neuste Hacktechnik bis hin zur Betriebsbesichtigung waren für alle Teilnehmenden spannende Themen dabei.
Absatzchancen für Bio-Geflügel

Sowohl in der Junghennenaufzucht, der Eierproduktion wie auch der Bio-Geflügelmast ist entsprechendes Absatzpotenzial vorhanden, welches es gemäss Beat Schwestermann, UFA-Geflügelspezialist optimal auszunützen gilt. Er erläutert, welche Voraussetzungen für die verschiedenen Produktionssysteme zu erfüllen sind, zeigt aber auch, dass die Bio-Geflügelproduktion viele Chancen bietet. Neue Produzenten sind gesucht, die wichtigste Voraussetzung ist jedoch die Freude am Geflügel.

Natürliche Heilmethoden wie Homöopathie oder die Behandlung mit Bachblütentropfen hilft auch bei Nutztieren, davon ist Heidi Garo überzeugt. Seit Jahren vermittelt sie in ihrer Naturheilpraxis in Tschugg (BE) ihr Wissen an Interessierte oder an diejenigen, welche mit herkömmlicher Schulmedizin keinen Erfolg mehr haben. Die Naturheilpraktikerin erklärte, was Homöopathie ist und stellte vor, wie die Behandlung beispielsweise bei Durchfall, Mastitis oder zur Entwurmung erfolgt. Sie ergänzte die Theorie stets mit spannenden Erfahrungen aus dem Alltag. Homöopathie, lange Zeit belächelt, findet vermehrt seinen Zugang in der Landwirtschaft, sowohl im Ackerbau wie in der Tierhaltung. Nach dem Referat entstand im Saal eine spannenden Pro und Kontra-Diskussion.

 

Bio-Chicorée und die modernste Hacktechnik
Nach dem Mittagessen teilten sich die Teilnehmenden in drei Gruppen und absolvierten drei Workshops. Lukas de Rougemont, Betriebsleiter Landwirtschaft führte eine Gruppe über den 144ha LN umfassenden Bio-Betrieb der Stiftung Tannenhof. Spannend und nicht alltäglich war die Besichtigung der Chicorée-Treiberei – bis zu 50 Tonnen Chicorée in Bio-Vollknospe Qualität produziert und vermarktet Lukas mit seinem Team pro Jahr. Beim zweiten Posten wartete Thomas Minder, Serco Landtechnik AG auf die Besucher. Die neuste Hacktechnologie mit modernsten 3D-Kameras und intelligentem Hydrauliksystem brachte die Teilnehmenden zum Staunen. Kulturen mit Reihenabständen von 50 oder 75cm wie Mais, Raps, Zuckerrüben oder Buschbohnen können heute mit solchen Maschinen auch in Bio-Qualität von Unkraut sauber gehalten werden. Beim dritten Posten ging es wieder an die Wärme, wo Niklaus Althaus, Berater UFA-Samen und gleichzeitig Bio-Landwirt den Nutzen von Gründüngung in der Fruchtfolge erläuterte. In der Sprache der Landwirte referierte Niklaus gekonnt und untermauerte seine Aussage jeweils mit persönlichen Erfahrungswerten aus der Praxis.

Der Teilnehmende ging vollbepackt mit Eindrücken nach Hause und wird bestimmt den einen oder anderen Input nutzen und sich Gedanken zur weiteren Ausrichtung des Betriebes machen.