TORO-Tagung 2019

Die Wirtschaftlichkeit der Grossviehmast ist bei der aktuellen Marktlage eine wichtige Komponente, um den eigenen Betrieb laufend zu optimieren. Dabei sind die Futterverwertung sowie die Rationskosten wichtige ökonomische Kennzahlen, welche die Wirtschaftlichkeit eines Betriebs beeinflussen.

Kurzfilm TORO-Tagung

Pionier in der Grossviehmast

Am 5. März trafen sich rund 80 Grossviehmäster anlässlich der UFA TORO-Tagung auf dem Betrieb der Familie Schaad in Grenchen (SO). Nach der Begrüssung durch Anton Wyss, TORO-Spezialist im UFA-Beratungsdienst ging es zur Betriebsbesichtigung. Die Familie Schaad betreibt schon seit 1964 Grossviehmast und gehört zu den Pionieren in diesem Gebiet. Der Betrieb umfasst 38 ha LN sowie 110 Aufzucht- und Mastplätze. Die Tiere werden nach QM-Richtlinien auf Lospa gehalten. 

 

Begrüssung zum fachlichen Teil

Hansueli Rüegsegger, Leiter Rindvieh UFA AG, machte in seiner Begrüssung darauf aufmerksam, dass laut FAO rund 86 Prozent der verwendeten Futtermittel weltweit nicht für die menschliche Ernährung verwertbar sind. Dies zeigt klar auf, dass Futtermittel eine sehr geringe Konkurrenz zur menschlichen Ernährung darstellen. Die tierische Verwertung und die daraus resultierenden Produkte wie zum Beispiel Fleisch, sind darum eine sinnvolle Alternative. Franz Hagenbuch, Präsident Swiss Beef, überbrachte das Grusswort der Swiss Beef und betonte, dass die Fleischproduzenten für Fleischesser produzieren und sich nach deren Bedürfnissen ausrichten sollen.

Stabile Preise bei Banktieren

Yvan Meuwly, Bereichsleiter Haartiere Anicom, erläuterte die Preisentwicklung der Banktiere. Das Jahr 2019 startete im Vergleich zu 2018 mit sehr stabilen Preisen. Trotz Trends hin zu veganer Ernährung, stieg die Rindfleischproduktion 2018 um 1,9 Prozent. Weiter zeigte Yvan Meuwly die Entwicklung der Fettabdeckung der Banktiere auf. Ein zunehmendes Problem sind vermehrte 2er. Durch eine optimale Fettabdeckung (3) kann der einzelne Mäster immer noch Geld dazuverdienen.

Kälber richtig einstallen

Stephan Roth (Leiter Entwicklung UFA AG) hielt sein Fachreferat zum Thema Kälber Einstallen. Nebst einer optimalen Haltung mit viel Stroh und guter Luft ist das Antränken von grosser Bedeutung. Direkt nach dem Einstallen ist eine genügende Flüssigkeitsaufnahme wichtig, da die jungen Kälber während dem Transport und bedingt durch den Stress viel Flüssigkeit verlieren. Dabei sollte die Tränke nicht zu nährstoffreich sein, damit die leeren Verdauungsorgane nicht überlastet werden. Kälber, die sich gewohnt sind, viel zu trinken, sollten nicht gebremst werden. Für die Grossviehmast ist es trotzdem entscheidend, dass die Tränkemenge so angepasst wird, dass die Kälber früh mit Fressen beginnen. Damit das Leistungspotenzial der Kälber nicht eingeschränkt wird, ist eine Eisenversorgung nach dem Einstallen unerlässlich. Eine Untersuchung auf UFA-Bühl hat ergeben, dass 74 Prozent der Tränker mit einem Eisenmangel eingestallt werden. Tiere mit einer genügenden Eisenversorgung weisen deutlich bessere Leistungen auf. 

Futterverwertung beim Mastmuni

Jonas Salzmann (Marketing UFA AG) zeigt in seinem Fachreferat die ökonomische Bedeutung der Futterverwertung und der Rationskosten auf. Die Futterverwertung ICV (indice conversion viande) zeigt auf, wie viel Kilogramm TS ein Muni fressen muss, um ein Kilogramm Zuwachs zu erzeugen. Je schwerer die Tiere werden, desto höher beziehungsweise schlechter wird die Futterverwertung. Innerhalb der einzelnen Gewichtskategorien kann diese aber bis zu zwei Kilogramm TS pro Kilogramm Zuwachs variieren. Frisst ein Bestand von 100 Mastmuni durchschnittlich zwei Kilogramm mehr pro Kilogramm Zuwachs, so entstehen bedeutende Mehrkosten im fünfstelligen Bereich. Im Rahmen einer Diplomarbeit an der HAFL in Zollikofen im Jahr 2015 wurde die Futterverwertung genauer unter die Lupe genommen. Die fünf Betriebe, die an der Untersuchung teilnahmen, hatten eine durchschnittliche Futterverwertung von 5,52 kg TS pro Kilogramm Zuwachs. Die Futterverwertung wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Ein sich negativ auswirkender Faktor ist der Gruppenwechsel. Tiere, die einen Gruppenwechsel in der Ausmast erfahren, fressen bis zu drei Kilogramm TS pro Tag mehr, um ein Kilogramm Zuwachs zu generieren. Dies lässt die Futterkosten pro Tier stark ansteigen. Tiere mit hohen Leistungen weisen eine bessere Futterverwertung auf, dabei muss aber die Ration optimal abgestimmt werden. Teurere, optimal abgestimmte Rationen zahlen sich aus, da die Tiere die aufgenommenen Nährstoffe besser verwerten können. Dadurch steigt die Futtereffizienz und die Fütterungskosten sinken. 

 

Rationskosten genau bestimmen

Um die Wirtschaftlichkeit bis auf den Deckungsbeitrag pro Muni genau zu bestimmen, benötigt es genaue Rationskosten. Werden die Rationskosten nur grob geschätzt oder durch standardisierte Werte berechnet, so verfälscht dies die gesamte Auswertung. Die UFA-Betriebe, welche die Rationskosten genau berechnen, kommen im Durchschnitt auf Rationskosten von 2.70 Franken pro Kilogramm Zuwachs. Eine Abweichung bei der Berechnung von 35 Rappen, verfälscht die Wirtschaftlichkeit bei 100 Mastmuni um rund 16000 Franken. Darum sollte sich jeder Betriebsleiter vertieft mit den Rationskosten auseinandersetzen. 

 

Neuer Munimaststall

Zum Schluss der Tagung gingen die Teilnehmenden auf den Betrieb der Familie Probst in Subingen, der sich mitten im Dorf befindet. Dort konnte der neue Grossviehmaststall besichtigt werden. Dieser bietet Platz für rund 100 Mastmuni in der Ausmast. Insgesamt befinden sich rund 170 Masttiere, sowie 24 Milchkühe auf dem Betrieb, welcher 22 ha LN umfasst. 

 

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