Mutterkuh-Kälber: Ergänzungsfütterung lohnt sich

Erfolgreiche Mutterkuh-Betriebe zeichnen sich durch einheitlich gute Qualitäten der vermarkteten Nachkommen und entsprechend hohe Verkaufserlöse aus. Mit einer gezielten Ergänzung des Raufutters lassen sich Gewicht, Fleischigkeit und Fettklasse optimieren.

Mutterkuh-Kälber, die im Alter von neun bis zehn Monaten zur Schlachtung verkauft werden, müssen pro Tag 1.1 bis 1.3kg zunehmen. Wie lässt sich dieses Ziel erreichen? Gemäss Versuchen am Strickhof Lindau ist es am wirkungsvollsten, das Ergänzungsfutter direkt den Kälbern und nicht unbedingt den Kühen zu verabreichen. Kraftfutter in einem Kälberschlupf fördert die frühe Entwicklung zum Wiederkäuer.

Je nach Rasse und Grundfuttersituation zahlt sich der tägliche Einsatz von 0.5 bis 1kg Kraftfutter pro Fresser aus. Im Verlauf der Mast steigt die notwendige NEV-Konzentration, während die APD-Konzentration sinkt. Daher werden bis zu einem Alter von 150 Tagen (150 bis 300kg Lebendgewicht) gute Erfahrungen mit bedarfsgerechten Vormastfuttern wie UFA 230 gemacht (Bio z.B. UFA 272). Danach eignet sich ein energiereiches Futter wie UFA 234 oder UFA 276 Bio. Ab einem Alter von 210 Tagen sind Stierkälber intensiver und energiereicher zu füttern als Kuhkälber und Kastraten. Bei grossrahmigen Rassen ist ein starkes Jugendwachstum erwünscht. Bei extensiven Rassen besteht die Gefahr einer Verfettung, wenn die Tiere zu schnell wachsen (Proteinversorgung sicherstellen).

Mobile, netzunabhängige Kraftfutterstationen mit Kälberschlupf bieten die Möglichkeit, unabhängig vom Stall bedarfsgerecht zu füttern und den Kühen den Zugang zu verwehren.

Einfluss der Milchleistung der Mutterkuh auf den Tageszuwachs des Kalbes

Versuch 1

Versuch 2

Milchleistung

Geringere Milchleistung

Mittlere Milchleistung

Geringere Milchleistung

Mittlere Milchleistung

Anzahl Kälber

13

9

9

14

Geburtsgewicht in kg

30

34

40

47

Absetzalter (Tage)

240

240

240

240

Absetzgewicht in kg

232

279

255

313

kg Milch/Tag

5.4

10.9

5.0

10.0

kg Milch

1296

2616

1200

2400

g Tageszuwachs

842

1021

896

1108

Wyatt et al.

 

 Konditionsgerechte Fütterung der Mutterkühe

Mutterkühe kommen ab der zweiten Laktation bis zu 16kg Tagesmilch mit Weidegras und etwas Dürrfutter zurecht, ausser die Kuh muss mehrere Kälber säugen (Ammenkuhhaltung). Eine wichtige Rolle spielt die regelmässige Konditionsbeurteilung und entsprechende Anpassung der Nährstoffkonzentration.

Bei der Fütterung von Mutterkühen wird zwischen drei Phasen mit folgenden Schwerpunkten unterschieden:

  • Galtphase: Verfettung vermeiden. Nährstoffversorgung wie für 3 bis 5kg Milch pro Tag.
  • Startphase: Zurückhaltend füttern (Protein), damit die Milchleistung nicht zu stark ansteigt (Durchfall beim Kalb, Mastitis). Nährstoffversorgung für 7 bis 8 kg Milch pro Tag.
  • Produktionsphase: Hohe Persistenz anstreben. Nährstoffangebot nach dem Bedarf der Mutterkuh (9 bis 11 kg Milch). Im Winter eher proteinbetont füttern. Gegen Ende der Laktation ein zu hohes Energieangebot vermeiden, speziell während der Grünfütterungsperiode, da sonst grosse Körperreserven aufgebaut werden.

Wichtig! Wenn eine Kuh mehrere Kälber säugen muss (Ammenkuh), ist entsprechend der höheren Milchleistung auch eine höhere Nährstoffkonzentration nötig.

Flushing: Bei Fruchtbarkeitsproblemen kann das "Flushing" helfen. Wird vier bis sechs Wochen vor der Besamung ein Energiekonzentrat wie UFA 145 bzw. UFA 275 Bio eingesetzt, lässt sich die Trächtigkeitsrate bei Kühen, die während längerer Zeit eine negative Energiebilanz aufwiesen, deutlich steigern.

Ergänzungsfütterung für Weidemastrinder  

Grundfutter

Ergänzungsfütterung*

Bis 150 Tage

ad libitum

1 - 1.5kg  UFA 230

150 bis 250 Tage

ad libitum

1.5 - 2kg  UFA 234

Über 210 Tage

ad libitum

2 - 3kg     UFA 234

* Biobetriebe: UFA 276 über die ganze Mastperiode