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Krankheiten des Schafes
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Merkmale des gesunden Schafes
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Das gesunde Schaf weist die folgenden Merkmale auf:
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Lamm
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Schaf über ein Jahr
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Körpertemperatur, gemessen im Mastdarm:
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38,5 - 40,5°
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38,5 - 39,5°
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Pulsschlag in Ruhe:
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110 - 140°
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60 - 90°
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Atemzüge pro Minute in Ruhe:
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30 - 50°
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9 - 18° (-40)*
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*Die Zahl der Atemzüge kann nur bedingt verwendet
werden. Bei Hitze ist die Atmung rascher. Neben der Umgebungstemperatur
hat auch die Dicke des Wollflieses einen Einfluss. Die Art und Weise der
Atmung kann aber einen deutlichen Hinweis auf den Gesundheitszustand des
Tieres geben.
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Weitere Merkmale des gesunden Schafes:
- lebhaft und aufmerksam
- feuchtglänzende Augen ohne Tränenfluss
- rosarote Schleim- und Lidbindehäute
- lebhafte, warme Ohren
- trockene Nase (ohne Ausfluss)
- fettiges, weiches Wollflies
- Fresslust mit Wiederkautätigkeit
- normale Kotbeschaffenheit ohne Durchfall
- normales Herdenverhalten
Artgerechte, zweckmässige Haltung und Fütterung fördert und erhält den
Gesundheitszustand der Schafe. Bei gehäuft auftretenden Störungen und
Krankheiten sind auch die Betriebsführung und die Fütterung zu überprüfen.
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Beim Schaf treten hauptsächlich die folgenden Krankheiten
auf:
- Infektionskrankheiten: Moderhinke (Klauenfäule), Umlauf (Panaritium),
Wundstarrkrampf, Listeriose, Breinierenkrankheit (Enterotoxämie), Lippengrind,
infektiöse Gelenksentzündungen, Euterentzündungen
- Parasitenkrankheiten: Räude, Wurm- und Leberegelbefall
- Stoffwechselkrankheiten: Weissmuskelkrankheit bei Lämmern, Trächtigkeitstoxikose
(Ketose vor dem Ablammen) bei tragenden Mutterschafen
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Klauenfäule (Moderhinke)
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Das folgende Krankheitsbild ist typisch für die Klauenfäule:
- Lahmheit
- entzündete Klauen
- Fäulnisgeruch
Die Ursache dieses Schafleidens ist auf eine Mischinfektion durch Bakterien
zurückzuführen. Verschiedene an der Erkrankung beteiligte Bakterien gedeihen
nur unter Luftabschluss. Unter umgebogenen Klauenrändern finden sie daher
oftmals ideale Lebensbedingungen. Die Ansteckung erfolgt in der Regel
durch direktes Eindringen der Bakterien in die Klauen. Dieser Vorgang
ist erleichtert bei durch Nässe erweichten Klauen und bei durch Schmutz
und Steine verletzten Zwischenklauenhäuten. Die Erreger vermögen im kranken
Klauenhorn jahrelang zu überleben. In der Umwelt gehen sie je nach Klima-
und Hygieneverhältnissen innert 14 - 30 Tagen zugrunde.
Vorbeugemassnahmen:
- Regelmässige Klauenkontrolle und -pflege um das Umwachsen der Ränder
zu verhindern
- Trockenhalten des Lagers durch reichliches Einstreuen
- Zugekaufte Tiere zuerst in einem Quarantänestall halten
- Einrichten von Klauenbädern vor dem Stalleingang oder beim Weidewechsel
- Einsatz von UFA 998 Mineralsalz mit Biotin zur Vorbeugung
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Vor allem im Frühjahr und Herbst sollen Schafe einmal wöchentlich
durch ein Klauenbad getrieben werden. Dadurch können kleine Klauenverletzungen,
durch welche Infektionserreger eindringen können, desinfiziert werden.
Voraussetzung für die Wirksamkeit von Klauenbädern ist eine regelmässige,
gründliche Klauenpflege. Klauenbadlösungen müssen eine wirksame Konzentration
aufweisen:
- Formalin 3 - 5% (härtet zugleich des Klauenhorn)
- Zinksulfat 10%
- Kupfersulfat = Kupfervitriol 5 - 10% (Vorsicht, sehr giftig)
Behandlungsmassnahmen:
- Verdächtige und erkrankte Tiere isoliert halten und behandeln
- Gründliches Schneiden der Klauen: Alles was gelöst ist, muss entfernt
werden. Die abgeschnittenen Hornteile vernichten (Kehrichtabfuhr), damit
durch sie keine neue Ansteckung erfolgen kann. Klauen nicht im Stall
schneiden.
- Geschnittene Klauen gut mit Wundspray oder noch besser in einem Klauenbad
desinfizieren und auf trockenem Boden abtrocknen lassen.
- Kontrolle der behandelten Klauen nach 3 - 6 Tagen und wenn nötig Nachbehandlung
durchführen.
In Problembetrieben kann eine zusätzliche Impfung der Herde durch den
Bestandestierarzt angezeigt sein.
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Räude
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Räudeverdacht ist sofort dem Tierarzt zu melden, da es sich
um eine anzeigepflichtige Seuche handelt. Typische Symptome für Räudebefall
sind:
- rötliche Flecken auf der Haut
- starker Juckreiz
- Hautverdickungen
- Wollausfall
Mit der Zeit entstehen gelbliche Krusten, die sich samt der Wolle vom
Körper lösen. Der Erreger der Krankheit ist eine auf der Haut lebende
Saugmilbenart. Die Milben bleiben 4 - 6 Wochen am Leben und vermehren
sich sehr rasch. Während des Sommers halten sie sich unter anderem auch
im Gehörgang, in der Augengrube und in der Leistenfalte auf.
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Es ist empfehlenswert, das Räudebad vorbeugend zweimal jährlich,
d.h. im Frühling und im Herbst durchzuführen. Dabei sind die Tiere ganz
unterzutauchen. Die Ställe sind ebenfalls gründlich zu reinigen und zu
desinfizieren. Im Rahmen der kantonalen Alpfahrtsvorschriften ist das
Räudebad für zu alpende Tiere obligatorisch. Die benötigten Räudemittel
sind durch den Bestandestierarzt zu beziehen.
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Wurmkrankheiten
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Nebst den äusserlichen Parasiten (Ektoparasiten) wird das
Schaf auch von inneren Parasiten (Endoparasiten) befallen, welche die
Leistung vermindern. Die bekanntesten und verbreitetsten sind:
- Magen-Darmwürmer
- Lungenwürmer
- Leberegel
- Bandwürmer
Durchfall ist vielfach ein Zeichen für Verwurmung.
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Die Entwurmung erfolgt durch direktes Verabreichen von Medikamenten
(Boli, Paste, Injektionen, Suspensionen). Nur eine systematische Bekämpfung
bringt den gewünschten Erfolg. Der Bestandestierarzt kann auf Grund einer
Kotuntersuchung den Wurmbefall feststellen, eine geeignete Behandlungsstrategie
vorschlagen und auch die entsprechenden, rezeptpflichtigen Mittel liefern.Sumpfige
Weiden sollen für Schafe nicht zugänglich sein, da sie Brutstätten für
Leberegel sind (Zwischenwirt: Zwergschnecke).
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Weissmuskelkrankheit
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Weissmuskelkrankheit ist auf eine mangelhafte Versorgung
der Tiere mit Selen und Vitamin E zurückzuführen.
Vorwiegend befallen werden Lämmer im Alter bis zu
3 Monaten. Sie zeigen einen steifen unsicheren Gang. Bei akutem Verlauf
treten Festliegen und Todesfälle rasch auf.
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Eine rechtzeitige Behandlung erkrankter Tiere durch den
Tierarzt mit geeigneten Präparaten verhindert Todesfälle. Eine korrekte
Versorgung aller Tiere mit Selen und Vitamin E wird durch eine tägliche
Gabe von 20 - 40 g (je nach Körpergewicht) UFA 998 Mineralsalz sichergestellt.
Das ist besonders in Gebieten notwendig, wo Selenmangel im Grundfutter
verbreitet ist.
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