Schweine   Rindvieh   Geflügel   Schafe   Ziegen   Pferde   Kaninchen   Bio   Diverses
UFA AG

zertifiziert nach
ISO 9001:2008
Home
Aktuell
Produkte
Bestellen
Beratungsdienste
Service
UFA
UFA 2000
SFPS  
Kontakt
Suchen
Langue
Français

    UFA AG 9.9.2010


  Seite weiterempfehlen     Druckerfreundliche Version

Krankheiten des Schafes

Merkmale des gesunden Schafes

Das gesunde Schaf weist die folgenden Merkmale auf:

 

Lamm

Schaf über ein Jahr

Körpertemperatur, gemessen im Mastdarm:

38,5 - 40,5°

38,5 - 39,5°

Pulsschlag in Ruhe:

110 - 140°

60 - 90°

Atemzüge pro Minute in Ruhe:

30 - 50°

9 - 18° (-40)*

*Die Zahl der Atemzüge kann nur bedingt verwendet werden. Bei Hitze ist die Atmung rascher. Neben der Umgebungstemperatur hat auch die Dicke des Wollflieses einen Einfluss. Die Art und Weise der Atmung kann aber einen deutlichen Hinweis auf den Gesundheitszustand des Tieres geben.

Weitere Merkmale des gesunden Schafes:

  • lebhaft und aufmerksam
  • feuchtglänzende Augen ohne Tränenfluss
  • rosarote Schleim- und Lidbindehäute
  • lebhafte, warme Ohren
  • trockene Nase (ohne Ausfluss)
  • fettiges, weiches Wollflies
  • Fresslust mit Wiederkautätigkeit
  • normale Kotbeschaffenheit ohne Durchfall
  • normales Herdenverhalten

Artgerechte, zweckmässige Haltung und Fütterung fördert und erhält den Gesundheitszustand der Schafe. Bei gehäuft auftretenden Störungen und Krankheiten sind auch die Betriebsführung und die Fütterung zu überprüfen.

 

Beim Schaf treten hauptsächlich die folgenden Krankheiten auf:

  1. Infektionskrankheiten: Moderhinke (Klauenfäule), Umlauf (Panaritium), Wundstarrkrampf, Listeriose, Breinierenkrankheit (Enterotoxämie), Lippengrind, infektiöse Gelenksentzündungen, Euterentzündungen
  2. Parasitenkrankheiten: Räude, Wurm- und Leberegelbefall
  3. Stoffwechselkrankheiten: Weissmuskelkrankheit bei Lämmern, Trächtigkeitstoxikose (Ketose vor dem Ablammen) bei tragenden Mutterschafen

Klauenfäule (Moderhinke)

Das folgende Krankheitsbild ist typisch für die Klauenfäule:

  • Lahmheit
  • entzündete Klauen
  • Fäulnisgeruch

Die Ursache dieses Schafleidens ist auf eine Mischinfektion durch Bakterien zurückzuführen. Verschiedene an der Erkrankung beteiligte Bakterien gedeihen nur unter Luftabschluss. Unter umgebogenen Klauenrändern finden sie daher oftmals ideale Lebensbedingungen. Die Ansteckung erfolgt in der Regel durch direktes Eindringen der Bakterien in die Klauen. Dieser Vorgang ist erleichtert bei durch Nässe erweichten Klauen und bei durch Schmutz und Steine verletzten Zwischenklauenhäuten. Die Erreger vermögen im kranken Klauenhorn jahrelang zu überleben. In der Umwelt gehen sie je nach Klima- und Hygieneverhältnissen innert 14 - 30 Tagen zugrunde.

Vorbeugemassnahmen:

  • Regelmässige Klauenkontrolle und -pflege um das Umwachsen der Ränder zu verhindern
  • Trockenhalten des Lagers durch reichliches Einstreuen
  • Zugekaufte Tiere zuerst in einem Quarantänestall halten
  • Einrichten von Klauenbädern vor dem Stalleingang oder beim Weidewechsel
  • Einsatz von UFA 998 Mineralsalz mit Biotin zur Vorbeugung
 

Vor allem im Frühjahr und Herbst sollen Schafe einmal wöchentlich durch ein Klauenbad getrieben werden. Dadurch können kleine Klauenverletzungen, durch welche Infektionserreger eindringen können, desinfiziert werden. Voraussetzung für die Wirksamkeit von Klauenbädern ist eine regelmässige, gründliche Klauenpflege. Klauenbadlösungen müssen eine wirksame Konzentration aufweisen:

  • Formalin 3 - 5% (härtet zugleich des Klauenhorn)
  • Zinksulfat 10%
  • Kupfersulfat = Kupfervitriol 5 - 10% (Vorsicht, sehr giftig)

Behandlungsmassnahmen:

  • Verdächtige und erkrankte Tiere isoliert halten und behandeln
  • Gründliches Schneiden der Klauen: Alles was gelöst ist, muss entfernt werden. Die abgeschnittenen Hornteile vernichten (Kehrichtabfuhr), damit durch sie keine neue Ansteckung erfolgen kann. Klauen nicht im Stall schneiden.
  • Geschnittene Klauen gut mit Wundspray oder noch besser in einem Klauenbad desinfizieren und auf trockenem Boden abtrocknen lassen.
  • Kontrolle der behandelten Klauen nach 3 - 6 Tagen und wenn nötig Nachbehandlung durchführen.

In Problembetrieben kann eine zusätzliche Impfung der Herde durch den Bestandestierarzt angezeigt sein.


Räude

Räudeverdacht ist sofort dem Tierarzt zu melden, da es sich um eine anzeigepflichtige Seuche handelt. Typische Symptome für Räudebefall sind:

  • rötliche Flecken auf der Haut
  • starker Juckreiz
  • Hautverdickungen
  • Wollausfall

Mit der Zeit entstehen gelbliche Krusten, die sich samt der Wolle vom Körper lösen. Der Erreger der Krankheit ist eine auf der Haut lebende Saugmilbenart. Die Milben bleiben 4 - 6 Wochen am Leben und vermehren sich sehr rasch. Während des Sommers halten sie sich unter anderem auch im Gehörgang, in der Augengrube und in der Leistenfalte auf.

 

Es ist empfehlenswert, das Räudebad vorbeugend zweimal jährlich, d.h. im Frühling und im Herbst durchzuführen. Dabei sind die Tiere ganz unterzutauchen. Die Ställe sind ebenfalls gründlich zu reinigen und zu desinfizieren. Im Rahmen der kantonalen Alpfahrtsvorschriften ist das Räudebad für zu alpende Tiere obligatorisch. Die benötigten Räudemittel sind durch den Bestandestierarzt zu beziehen.


Wurmkrankheiten

Nebst den äusserlichen Parasiten (Ektoparasiten) wird das Schaf auch von inneren Parasiten (Endoparasiten) befallen, welche die Leistung vermindern. Die bekanntesten und verbreitetsten sind:

  • Magen-Darmwürmer
  • Lungenwürmer
  • Leberegel
  • Bandwürmer

Durchfall ist vielfach ein Zeichen für Verwurmung.

 

Die Entwurmung erfolgt durch direktes Verabreichen von Medikamenten (Boli, Paste, Injektionen, Suspensionen). Nur eine systematische Bekämpfung bringt den gewünschten Erfolg. Der Bestandestierarzt kann auf Grund einer Kotuntersuchung den Wurmbefall feststellen, eine geeignete Behandlungsstrategie vorschlagen und auch die entsprechenden, rezeptpflichtigen Mittel liefern.Sumpfige Weiden sollen für Schafe nicht zugänglich sein, da sie Brutstätten für Leberegel sind (Zwischenwirt: Zwergschnecke).


Weissmuskelkrankheit

Weissmuskelkrankheit ist auf eine mangelhafte Versorgung der Tiere mit Selen und Vitamin E zurückzuführen.

Vorwiegend befallen werden Lämmer im Alter bis zu 3 Monaten. Sie zeigen einen steifen unsicheren Gang. Bei akutem Verlauf treten Festliegen und Todesfälle rasch auf.

 

Eine rechtzeitige Behandlung erkrankter Tiere durch den Tierarzt mit geeigneten Präparaten verhindert Todesfälle. Eine korrekte Versorgung aller Tiere mit Selen und Vitamin E wird durch eine tägliche Gabe von 20 - 40 g (je nach Körpergewicht) UFA 998 Mineralsalz sichergestellt. Das ist besonders in Gebieten notwendig, wo Selenmangel im Grundfutter verbreitet ist.