UFA-Fütterungsempfehlung für die Kälberaufzucht im Rindviehmastbetrieb
|
Worauf ist beim Einstallen zu achten?
|
|
Nur gesunde Kälber einstallen! Die Tiere sollen bei der
Ankunft auf folgende Krankheitssymptome untersucht werden:
- Atembeschwerden, Husten
- übermässiger Speichelfluss
- feuchter, infizierter Nabel
- geschwollene Gelenke, Lahmheiten
- Durchfall (schmutziger Schwanz)
- Hautparasiten (Läuse, Milben)
- Fieber, Schwäche
|
|
Kälber, die eines oder mehrere Symptome aufweisen, sind
zurückzuweisen.
Einstellprophylaxe in Zusammenarbeit mit dem Bestandestierarzt durchführen.
|
Darauf ist bei der Aufzuchtfütterung zu achten!
|
- Die Anfütterung soll frühestens 2 Stunden nach Ankunft der Kälber
erfolgen. Erregte Tiere reagieren auf eine rasche Anfütterung oft mit
Durchfall. Die erste Tränke soll rationiert erfolgen (2-3 Liter je nach
Gewicht der Kälber).
- Alle Kälber möglichst innerhalb einer Woche einstallen. Am besten
hat sich die Rein-Raus- Variante bewährt. Leider trifft der Stallwechsel
mit ca. 70 kg mit einer relativ schlechten Immunabwehr zusammen. Dieses
"Immunisierungsloch" wird dadurch verursacht, dass die Immunisierung
durch die Kolostralmilch abnimmt, das Eigenimmunsystem aber noch nicht
vollständig aufgebaut ist. Eine Einstallprophylaxe empfiehlt sich deshalb
während 7-10 Tagen (siehe Plan, rezeptpflichtig!).
- Die Tränketemperatur muss bei 39° bis 40° C liegen (optimales Auslösen
des Schlundrinnen-Schliessreflexes).
- Das Aufzuchtkalb soll sich so rasch wie möglich zum Wiederkäuer entwickeln.
Durch eine Beschränkung der Tränkemenge kann die frühzeitige Aufnahme
von Aufzuchtfutter und Heu und damit das Pansenvolumen und die Pansenaktivität
gefördert werden. Deshalb dem Kalb ab der 2. Lebenswoche Heu guter Qualität
(kein Emd) und UFA-Kälberaufzuchtfutter vorsetzen.
|
|
- Während der Anfütterungsphase die Futterkrippe 2 x täglich reinigen,
damit den Tieren immer frisches Futter zur Verfügung steht. Auf eine
genügende Trinkwasserversorgung muss unbedingt geachtet werden.
- Beim Absetzen der Kälber von der Milch den Verzehr an Heu und Kraftfutter
kontrollieren! Wird zur Zeit der Entwöhnung von der Tränke neben dem
Heu täglich ca. 1.5 bis 2.0 kg Kälberaufzuchtfutter aufgenommen, reicht
die gesamte Nährstoffmenge für ein gleichmässiges Wachstum aus.
- Das betriebseigene Grundfutter wird den Aufzucht-kälbern gegen Ende
der Tränkeperiode vorgelegt. Wichtig ist eine langsame Angewöhnung,
danach allmählich steigern und schliesslich zur freien Ver-fügung stellen.
- Ab der 11. Aufzuchtwoche bzw. bei einem Lebend-gewicht von ca. 130
kg kann ganz auf Vormastfutter UFA 230 ProRumin.
Der Futterwechsel muss jedoch langsam, d.h. über einen Zeitraum von
14 Tagen erfolgen.
|
Kranke Tiere, was tun?
|
|
Zugekaufte Kälber kommen aus verschiedenen Ställen und bringen
ganz unterschiedliche Keime mit. Es ist deshalb meist unumgänglich, dass
frisch eingestallte Kälber während 7-10 Tagen prophylaktisch mediziniert
werden.
|
|
Bei der Einstallprophylaxe und vor allem bei Störungen in
der späteren Aufzuchtphase ist der Tierarzt früh genug zu rufen.
|
Durchfallerkrankungen
|
|
Durchfallerkrankungen können entweder durch Fütterungsfehler
oder Infektionen ausgelöst werden. Fütterungsfehler:
- In der ersten Aufzuchtwoche können stärke- und rohfaserreiche Futtermittel
im Dickdarm Gärungen verursachen und somit Durchfall auslösen
- Verdorbene und schimmlige Futtermittel
- Unregelmässiges Tränken, falsche Tränketemperatur und zu hohe Tränkemengen
führen zu unvoll-ständiger Gerinnung im Labmagen. Dies hat eine schlechte
Verdauung und damit Durchfall zur Folge.
Infektionen: Die Kälber erkranken vor allem in den ersten 5 Lebenswochen
und weisen in der Regel eine erhöhte Körpertemperatur auf. Für die genauere
Ab-klärung der Krankheitsursche und die Behandlung ist der Tierarzt beizuziehen.
|
|
Durchfallbehandlung: Ein an Durchfall erkranktes Kalb verliert
sehr viel Flüssigkeit. Aus diesem Grund muss dem erkrankten Tier genügend
Flüssigkeitsersatz verabreicht werden. Anstelle der Milchtränke werden
an 1-2 Tagen in mehreren Portionen insgesamt 4-6 Liter Schwarztee oder
warmes Wasser, angereichert mit dem Elektrolytpräparat UFA Solvi
vorgesetzt.
Zum Aufbau der zerstörten Darmflora wird nach Medizinaleinsatz UFA
top-fit empfohlen.
|