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    UFA SA 7.9.2010


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Was bringt das Expandieren?

 

Zur Steigerung der Konkurrenzfähigkeit der Schweizer Tierhaltung müssen die Futtermittel günstiger werden. Neben den sinkenden Getreidepreisen sind auch Kostensenkungen in der Mischfutterindustrie nötig. Weshalb wird in dieser Situation trotzdem in neue Technologien wie Expander-Anlagen investiert?

Während das Expandieren von Futter im Ausland schon länger Tradition hat, wurden die ersten Expander-Anlagen in der Schweiz erst Anfang der neunziger Jahre eingebaut. Der Hauptgrund liegt in der Struktur der Mischfutterindustrie: Ein Expander setzt eine gewisse Grösse voraus und läuft wirtschaftlicher, wenn während längerer Zeit kontinuierlich das gleiche Futter fabriziert werden kann. Die meisten Schweizer Mischfutterwerke sind für einen wirtschaftlichen Expanderbetrieb zu klein, produzieren zuviele verschiedene Futter und somit zu kleine Posten.

 

Geflügelwerk Komandoraum(50).jpg (11324 Byte)


Hygienisierung durch Druck und Temperatur

Den Anstoss für den ersten Expander in der Schweiz gab die Salmonellen-Diskussion beim Mastpoulet. Als auch die Eierabnehmer mit dem Auftreten von Salmonella enteritidis eine Hygienisierung des Futters verlangten, baute die UFA 1993 im Geflügelfutterwerk Sursee den ersten Expander ein. Der Expander bringt neben der Hygienisierung auch eine wesentliche Steigerung der Anlagen-Leistung: Der Durchsatz der Würfelpresse wurde nahezu verdoppelt und die Würfelqualität ist deutlich verbessert. Diese Leistungssteigerung bringt Kostensenkungen, welche den leicht erhöhten Energieverbrauch mehr als wettmachen.

 

Gleichzeitig mit der Hygienisierung wird nämlich durch das Expandieren die Stärke verkleistert und die Zellwände werden teilweise zerstört. Dies verbessert die Verdaulichkeit der Nährstoffe. Versuche im In- und Ausland zeigen deutliche Steigerungen der Tierleistungen mit Expanderfutter. Das gilt sowohl für die Geflügel- und Schweine-, wie auch für die Rindviehfütterung.

 Expandermaschine(50%).jpg (11594 Byte)


Gründe für den Einsatz des Expanders bei Mischfutter

  • Verbesserte Futtermittelhygiene: Reduktion des Keimgehaltes um Faktor 100 bis 1000, bis zur Sterilisierung
  • Verkleisterung der Stärke: Verbesserung der Angreifbarkeit durch Amylasen, höhere Abbaugeschwindigkeit und Abbaurate
  • Veränderung der Proteinfraktion: Erniedrigung der Abbaurate im Pansen, Erhöhung des APD
 
  • Zerstörung von pflanzeneigenen Hemmstoffen (antinutritiven Faktoren)
  • Verbesserung der physikalischen Struktur (weniger Feinanteil, weniger Staub, keine Entmischung, keine Auslese durch das Tier)
  • Konditionierung vor dem Pelletieren: Abriebarme, stabile Würfel
  • verbesserte Verarbeitbarkeit von Flüssigkomponenten (z.B. Melasse, Fett)


Expanderfutter mit dem Geschmack von frischem Brot

Verzehrsversuche mit Ferkeln zeigten, dass Expanderfutter deutlich besser gefressen wird als Mehl. Expandiertes Getreide riecht ähnlich wie frisches Brot. Die Ferkel zogen expandierte Getreide sogar den Haferflocken vor.

Bei Mastschweinen brachten Versuche eine Steigerung beim Tageszuwachs von 6 % und eine Verbesserung der Futterverwertung von 2 %; deutliche Hinweise für die bessere Verdaulichkeit. Bei gleichem Futterpreis können Futterkosten gespart werden. Expanderfutter löst sich zudem in der Futtersuppe besser, die Suppe bleibt stabil und entmischt sich nicht.

 

Die bessere Verdaulichkeit rohfaserreicher Komponenten verhindert Verstopfungen bei Zuchtsauen. Zudem ermöglicht das Expandieren den Einsatz von höheren Fettanteilen. Bei Zuchtsauen ist dies besonders vorteilhaft: Durch die höhere Energiezufuhr werden höhere Geburtsgewichte und bessere Fettreserven im Ferkel erreicht. Die Sauenmilch wird fettreicher und die Milchleistung steigt. Dank "Flushing-Fütterung" (hohe Energiezufuhr nach dem Absetzen bis nach dem Decken) kann die Fruchtbarkeit mit Expanderfutter verbessert werden.


Mehr APD für Milchkühe

In Verdauungsversuchen mit Milchkühen wurde praktisch für alle Rohkomponenten eine erniedrigte Abbaurate des Proteins im Pansen festgestellt. Der Effekt ist aber beim Expandieren von Mischfutter wegen dem Zusammenspiel von verschiedenen Proteinen und Kohlehydraten noch viel deutlicher als beim Expandieren von Einzelkomponenten. Die Proteinwirkung von expandiertem Mischfutter ist deshalb besser als die Durchschnittswerte und muss Gegenstand künftiger Fütterungsversuche sein.

In der Milchviehfütterung bringt Expanderfutter vor allem in der Startphase von Hochleistungstieren Vorteile:

  • Mehr Protein für die Kuh durch bessere APD-Werte.
  • Hohe Energiegehalte möglich.
  • Expanderfutter weist eine spezielle Korngrössenverteilung auf. Das Getreide ist relativ grob geschrotet, was zu einer kontinuierlichen Freisetzung der Energie beiträgt.
  • Expandiertes Futter ist schmackhaft und wird besonders gern gefressen.
 

Mit der Konzentration der Schweizerischen Mischfutterindustrie auf grössere und leistungsfähige Werke dürfte auch die Verbreitung der Expandertechnologie zunehmen. Die wirtschaftlichen Vorteile in der Tierfütterung sprechen beim hohen Preisniveau der Schweiz noch viel deutlicher für den Expander als in andern Ländern (z.B. Dänemark), wo Expandieren Standard ist.

 

Extrudermaschine mit Abfüllanlage(51).jpg (9242 Byte)


Was heisst Expandieren?

Im Expander wird das Futter während rund 5 Sekunden unter einem Druck bis 40 bar auf 100 bis 120 ° C erhitzt (Dampfkochtopf-Effekt), verdichtet und geknetet. Dadurch werden Keime wie Salmonellen, Schimmel und Bakterien abgetötet.

 

Die Einwirkungszeit ist so kurz, dass Nähr- und Wirkstoffe nicht zerstört werden. Hingegen wird das Futter besser verdaulich und homogener strukturiert.