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Was bringt das Expandieren?
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Zur Steigerung der Konkurrenzfähigkeit der Schweizer Tierhaltung
müssen die Futtermittel günstiger werden. Neben den sinkenden Getreidepreisen
sind auch Kostensenkungen in der Mischfutterindustrie nötig. Weshalb wird
in dieser Situation trotzdem in neue Technologien wie Expander-Anlagen
investiert?
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Während das Expandieren von Futter im Ausland schon länger
Tradition hat, wurden die ersten Expander-Anlagen in der Schweiz erst
Anfang der neunziger Jahre eingebaut. Der Hauptgrund liegt in der Struktur
der Mischfutterindustrie: Ein Expander setzt eine gewisse Grösse voraus
und läuft wirtschaftlicher, wenn während längerer Zeit kontinuierlich
das gleiche Futter fabriziert werden kann. Die meisten Schweizer Mischfutterwerke
sind für einen wirtschaftlichen Expanderbetrieb zu klein, produzieren
zuviele verschiedene Futter und somit zu kleine Posten. |
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Hygienisierung
durch Druck und Temperatur
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Den Anstoss für den ersten Expander in der Schweiz gab die
Salmonellen-Diskussion beim Mastpoulet. Als auch die Eierabnehmer mit
dem Auftreten von Salmonella enteritidis eine Hygienisierung des Futters
verlangten, baute die UFA 1993 im Geflügelfutterwerk Sursee den ersten
Expander ein. Der Expander bringt neben der Hygienisierung auch eine wesentliche
Steigerung der Anlagen-Leistung: Der Durchsatz der Würfelpresse wurde
nahezu verdoppelt und die Würfelqualität ist deutlich verbessert. Diese
Leistungssteigerung bringt Kostensenkungen, welche den leicht erhöhten
Energieverbrauch mehr als wettmachen.
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Gleichzeitig mit der Hygienisierung wird nämlich durch das
Expandieren die Stärke verkleistert und die Zellwände werden teilweise
zerstört. Dies verbessert die Verdaulichkeit der Nährstoffe. Versuche
im In- und Ausland zeigen deutliche Steigerungen der Tierleistungen mit
Expanderfutter. Das gilt sowohl für die Geflügel- und Schweine-, wie auch
für die Rindviehfütterung.
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Gründe
für den Einsatz des Expanders bei Mischfutter
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- Verbesserte Futtermittelhygiene: Reduktion des Keimgehaltes um Faktor
100 bis 1000, bis zur Sterilisierung
- Verkleisterung der Stärke: Verbesserung der Angreifbarkeit durch Amylasen,
höhere Abbaugeschwindigkeit und Abbaurate
- Veränderung der Proteinfraktion: Erniedrigung der Abbaurate im Pansen,
Erhöhung des APD
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- Zerstörung von pflanzeneigenen Hemmstoffen (antinutritiven Faktoren)
- Verbesserung der physikalischen Struktur (weniger Feinanteil, weniger
Staub, keine Entmischung, keine Auslese durch das Tier)
- Konditionierung vor dem Pelletieren: Abriebarme, stabile Würfel
- verbesserte Verarbeitbarkeit von Flüssigkomponenten (z.B. Melasse,
Fett)
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Expanderfutter
mit dem Geschmack von frischem Brot
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Verzehrsversuche mit Ferkeln zeigten, dass Expanderfutter
deutlich besser gefressen wird als Mehl. Expandiertes Getreide riecht
ähnlich wie frisches Brot. Die Ferkel zogen expandierte Getreide sogar
den Haferflocken vor.
Bei Mastschweinen brachten Versuche eine Steigerung beim
Tageszuwachs von 6 % und eine Verbesserung der Futterverwertung von 2
%; deutliche Hinweise für die bessere Verdaulichkeit. Bei gleichem Futterpreis
können Futterkosten gespart werden. Expanderfutter löst sich zudem in
der Futtersuppe besser, die Suppe bleibt stabil und entmischt sich nicht.
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Die bessere Verdaulichkeit rohfaserreicher Komponenten verhindert
Verstopfungen bei Zuchtsauen. Zudem ermöglicht das Expandieren den Einsatz
von höheren Fettanteilen. Bei Zuchtsauen ist dies besonders vorteilhaft:
Durch die höhere Energiezufuhr werden höhere Geburtsgewichte und bessere
Fettreserven im Ferkel erreicht. Die Sauenmilch wird fettreicher und die
Milchleistung steigt. Dank "Flushing-Fütterung" (hohe Energiezufuhr
nach dem Absetzen bis nach dem Decken) kann die Fruchtbarkeit mit Expanderfutter
verbessert werden.
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Mehr APD für Milchkühe
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In Verdauungsversuchen mit Milchkühen wurde praktisch für
alle Rohkomponenten eine erniedrigte Abbaurate des Proteins im Pansen
festgestellt. Der Effekt ist aber beim Expandieren von Mischfutter wegen
dem Zusammenspiel von verschiedenen Proteinen und Kohlehydraten noch viel
deutlicher als beim Expandieren von Einzelkomponenten. Die Proteinwirkung
von expandiertem Mischfutter ist deshalb besser als die Durchschnittswerte
und muss Gegenstand künftiger Fütterungsversuche sein.
In der Milchviehfütterung bringt Expanderfutter vor allem
in der Startphase von Hochleistungstieren Vorteile:
- Mehr Protein für die Kuh durch bessere APD-Werte.
- Hohe Energiegehalte möglich.
- Expanderfutter weist eine spezielle Korngrössenverteilung auf. Das
Getreide ist relativ grob geschrotet, was zu einer kontinuierlichen
Freisetzung der Energie beiträgt.
- Expandiertes Futter ist schmackhaft und wird besonders gern gefressen.
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Mit der Konzentration der Schweizerischen Mischfutterindustrie
auf grössere und leistungsfähige Werke dürfte auch die Verbreitung der
Expandertechnologie zunehmen. Die wirtschaftlichen Vorteile in der Tierfütterung
sprechen beim hohen Preisniveau der Schweiz noch viel deutlicher für den
Expander als in andern Ländern (z.B. Dänemark), wo Expandieren Standard
ist.
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Was heisst Expandieren?
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Im Expander wird das Futter während rund 5 Sekunden unter
einem Druck bis 40 bar auf 100 bis 120 ° C erhitzt (Dampfkochtopf-Effekt),
verdichtet und geknetet. Dadurch werden Keime wie Salmonellen, Schimmel
und Bakterien abgetötet.
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Die Einwirkungszeit ist so kurz, dass Nähr- und Wirkstoffe
nicht zerstört werden. Hingegen wird das Futter besser verdaulich und
homogener strukturiert.
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